Bericht zur Frankfurter Buchmesse 2010
Samstag, 09. Oktober
Massen von Besuchern, vollgestopfte Zeitplanung und eine wahnsinnige Vorfreude. So läuft jährlich die Frankfurter Buchmesse bei mir ab.
Durch die kurze Strecke, die ich aufbringen muss, um dabei zu sein, kann ich es mir eigentlich jedes Jahr gönnen, die Messe zu besuchen. Autoren zu begegnen und somit Signierungen zu ergattern, tausende weitere Lesebegeisterte zu sehen und einen ganzen Tag lang nur von neuen Büchern umgeben zu sein – für einen Buchfan, wie mich, ist das schlichtweg ein Traum. So war es dieses Jahr kein Deut anders, als es Anfang Oktober wieder hieß: Gehst du eigentlich wieder zur Frankfurter Buchmesse?
Mit einem lauten Ja! habe ich zugestimmt und bin am Samstag, dem ersten offiziellen Besuchertag, da gewesen. Wie ich erwartet hatte, war es unbeschreiblich voll. Leuten aus aller Welt kann man dort über den Weg laufen. Doch bleibt einem selten Zeit, sich besonders mit Leuten zu unterhalten, denn wahre Leser, haben Termine. Spannende Termine. Mit Autoren nämlich.
Isabel Abedi, Alyson Noël, Kai Meyer und viele, viele mehr durfte man bei Interviews, Lesungen und Signierstunden treffen und manchmal sogar das ein oder andere Wort wechseln. Rechts beschreiben wir, wie diese Begegnungen für uns abliefen.
Nachdem man erst einmal die für sich interessanteste Halle gefunden hat (in meinem Fall Halle 3.0 – Kinder- und Jugendliteratur) kommt man auch nicht so schnell wieder raus. Verläge wie Carlsen, Arena und blanvalet laden einen mit den besten Fantasyneueerscheinungen nahezu ein, sodass dessen kein wirklicher Fantasy-Fan widerstehen kann. Alyson Noël im Interview ist für mich der Start in die Messe. Ein wirklich angenehmer. Neben Signierungen von der „Splitterherz“ – Autorin Bettina Belitz, der Autorin von „Nach dem Sommer“ Maggie Stiefvater und Isabel Abedi, die „Lucian“, „Whisper“, „Isola“ und viele mehr schrieb, durfte man sich auch an Lesungen des berühmten deutschen Fantasyautor Kai Meyer erfreuen. Für Fans, wie wir es sind, ein einzigartiges Erlebnis.
Doch jeder braucht mal eine Auszeit. Das viele Laufen, das lange Warten und die große Aufregung macht immerhin jeden müde. Draußen auf dem Messegelände tummelten sich viele Besucher, die das großartige Wetter genießen wollten und sich eine kleine Pause gönnten. Aber das war noch nicht alles: Cosplayer waren auch dabei!
Fans von Anime und Manga, die die Buchmessen, ob in Frankfurt oder Leipzig, stets als Treffpunkt weiterer Fans ansehen, konnte man auch dieses Jahr kreativ verkleidet beobachten. Hunderte von ihnen stellten sich zur Schau, wie zum Beispiel eine blutverschmierte Krankenschwester mit knallroten Augen, die mir besonders großen Schrecken bereitet haben. Oder ein perfekt nachgestellter Na’vi, (Kreaturen aus „Avatar – Aufbruch nach Pandora“) der so beliebt war, dass sogar Fotos mit ihm gemacht wurden. Großer Respekt, denn die Verkleidungen und Maskeraden sahen einfach umwerfend und nach höllisch viel Arbeit aus!
Ich kann nur sagen, dass trotz der vielen Menschen, die den Aufenthalt etwas erschwerten, die Frankfurter Buchmesse 2010 gelungen ist! Nicht zuletzt, wegen den großartigen Autoren, die man treffen konnte. Ich freue mich schon jetzt, nächstes Jahr wieder dabei zu sein!
Sonntag, 10. Oktober
Seid 4 Jahren gibt es ein jährliches Ritual meiner Mutter und mir: Wir fahren zur Frankfurter Buchmesse und widmen uns ein ganzes Wochenende unsere unbändigen Leidenschaft zu lesen, Lesungen nachzujagen und zärtlich über Buchrücken zu streichen.
Auch dieses Jahr war es wieder soweit. Obwohl wir leider nur den Sonntag auf der Buchmesse verbringen konnten, war es wieder ein unglaubliches Erlebnis. An keinem anderen Wochenende, ist man von so vielen neuen Büchern, Autoren und Gleichgesinnten umringt. Das Paradies aller Kettenleser und Bücherratten.
Zwar war ich traurig, dass ich nur den Sonntag auf der Messe verbringen konnte, doch zu meinem Glück konnte ich dennoch einige Lesungen besuchen die mich interessierten und da Sonntag der Bücherverkauf startet, auch einige Bücher abstauben.
Wie jedes Jahr habe ich den Großteil des Tages in Halle 3 verbracht, Kinder – und Jugendliteratur. Wird jedes Jahr das Angebot der Lesungen, Signierstunden und Bücher größer, so werden auch die Besuche mehr. Das bremste erst einmal meine Euphorie und meinen unbändigen Tatendrang, denn wollte man von einem Stand zum nächsten, musste man sich zunächst durch die Menschenmengen drängeln. Am Ende des Tages war ich so nicht nur um ein paar tolle Erfahrungen und Bücher reicher, auch meine Aggressionen gegenüber langsam schlendernden Personen in super engen Gängen wuchs. Wollte man also eiligst eine Lesung besuchen, musste man vorher einige Zeit einplanen um durch die scheinbar undurchdringlichen Menschenmassen zu kommen.
Zu meinem Glück habe ich es trotz meterlangen Schlangen am Signierzelt oder schleichenden Menschen mit riesigen Koffern oder Kinderwagen geschafft, zu allen Veranstaltungen zu kommen, die ich sehen wollte.
So konnte ich zu Signierstunden von Isabel Abedi, Jonathan Stroud und Antje Babendererde und zu Lesungen von Ursula Poznanski die aus „Erebos“ las und zu einer Lesungen mit Maggie Stiefvater und Annina Braunmiller, die über „Nach dem Sommer“, dessen Autorin und Themen wie Werwölfe, Erwachsenwerden und Schreiben redeten.
Genaueres zu den Lesungen findet ihr in der rechten Sidebar.
Die Frankfurter Buchmesse ist trotz wachsender Besucherzahlen und engen Gängen, ein Muss für alle Bücherfans. Jedes Jahr bietet die Buchmesse die einmalige Chance nationale wie auch internationale Autoren und ihre Bücher Hautnah zu erleben. Für mich gehören diese Wochenenden, trotz 3-stündiger Anfahrt, zu einem besonderen, jährlichen Highlight, dass ich jedem Buchliebhaber nur empfehlen kann.