Lythanda

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21.11.2011, 09:49

[HP] Die Kraft zu Leben (18/56)

Sooo, nun möchte ich hier auch noch einmal meine "große" HP-FF posten, die ich vor langer Zeit im Harry-Potter-Buch.de Forum geschrieben habe.
Einige von euch werden sich von damals daran erinnern, für einige wird sie ganz neu sein.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr sie lest und auch kommentiert.

Viel Spaß dabei! :knuff:

Autor: Lythanda
Titel: Die Kraft zu Leben
Fandom: Harry Potter
Genre: Drama, Abenteuer, Romanze
Charaktere/Pairings: Remus Lupin, Severus Snape, Harry Potter, Albus Dumbledore, diverse andere HP-Charaktere mit wechselnd wichtigen Positionen innerhalb der Geschichte, diverse OCs mit mehr oder weniger Signifikanz
Warnungen: Es ist Krieg (nicht dauernd, aber am Ende schon), also gibt es Verletzte und auch Tote.
Altersfreigabe: FSK-16
Spoiler: Zeitliche Einordnung liegt nach Band 5. Die FF wurde ohne das Wissen aus Band 6 und 7 geschrieben, nimmt jedoch später Details aus Band 6 auf.
Klappentext: Es gibt mehr Magie, als in Hogwarts gelehrt wird, doch wie wirkt es sich aus, wenn diese Welten zusammentreffen?
Weiterführung der HP-Saga nach Band 5, die eine andere Wendung nimmt, als in J.K. Rowlings Romanen.
Anmerkungen: Besonders geeignet für Fans von Remus, Severus und dem Orden des Phoenix. Aber auch alle anderen Beteiligten kommen nicht zu kurz.
Disclaimer:Die Figuren und das Universum der Zaubererwelt von JKR bleiben ihr geistiges Eigentum, alles, was aus dieser Welt nicht bekannt ist, ist meinem Geist entsprungen.
[(c) des nicht zu JKRowling gehörenden Materials liegt bei mir, jede Verbreitung im Ganzen oder in Auszügen in sämtlichen Medien darf nur mit meiner schriftlichen Genehmigung erfolgen.]
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Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von »Lythanda« (29.12.2011, 10:02) aus folgendem Grund: Kapitelanzahl im Titel nachgetragen


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21.11.2011, 09:54

Kapitel 1: Und so beginnt es ...

Argus Filch stampfte wütend durch die große Halle und ließ eine seiner üblichen Schimpftiraden hören: "... steht einfach vor dem Tor und fragt, was das hier sei! Als hätte ich sonst nichts zu tun, als hier den Fremdenführer zu spielen!" Er schnaubte wütend und zerrte an dem Jackenärmel, den er fest mit der rechten Hand umklammert hielt. In der Jacke steckte eine Frau, die mühsam hinter ihm her stolperte und dabei versuchte, so viel wie möglich von ihrer Umgebung zu sehen. Sie war ungefähr Ende dreißig, hatte dunkelbraunes, lockiges Haar und schokoladenbraune Augen, die ihr fast aus dem Kopf gefallen wären, als sie die Decke der großen Halle bemerkt hatte.
Filch zerrte sie weiter durch Gänge und über Treppen, vorbei an neugierig schauenden Personen in Gemälden, die ihnen einige Gänge lang folgten. Die Frau starrte irritiert zu den Bildern und schüttelte heftig den Kopf, als wolle sie die Folgen einer Gehirnerschütterung vertreiben.
Der merkwürdige Mann knurrte irgendetwas darüber, dass es wenigstens ein Glück sei, dass gerade keine von diesen widerwärtigen, grässlichen Mistkröten, die sich Schüler nennten in den Gängen unterwegs wären, doch das nahm die Frau nur am Rande wahr.

Schließlich blieb der Hausmeister vor einem Wasserspeier stehen, murmelte ein Wort, das die Frau nicht verstehen konnte und trat in einen Gang, der sich hinter dem zur Seite schwingenden Wasserspeier auftat. Die Frau schluckte, und folgte dem Hausmeister in den Gang hinein. Eine Wahl hatte sie nicht, zu fest war sein Griff an ihrem Ärmel und ihre Jacke aufgeben wollte sie nicht. Wohin hätte sie auch fliehen sollen? In all den Gängen und Treppen die sie passiert hatten hätte sie sich ohnehin nur rettungslos verlaufen. Außerdem wurde sie bei allem Erschrecken auch immer neugieriger. Immerhin war ihr das Schloss schon so merkwürdig vorgekommen, als sie es auf dem Hügel gesehen hatte. Ein seltsames Gefühl im Bauch hatte sie beschlichen und sie wollte unbedingt herausfinden, was es damit auf sich hatte. Dass sie gleich am Eingang von diesem merkwürdigen Mann mit ausgesprochen schlechter Laune aufgegriffen wurde, war nicht unbedingt in ihrem Plan inbegriffen gewesen, aber nun wollte sie sehen, was das Abenteuer noch bringen würde.

Mittlerweile waren ihr ungnädiger Begleiter und sie vor einer massiven Holztür angekommen, gegen die er heftig mit der Faust hämmerte. Auf ein leises, raues "Herein" öffnete er die Tür und schob sie durch die Tür.

"Professor Dumbledore, diese ... diese ... Person habe ich entdeckt, als sie am Eingangstor herumschnüffelte", knurrte er keuchend außer Atem.
Die dunkelhaarige Frau starrte den Angesprochenen erstaunt an. Ein uralter Mann mit langem weißem Bart und ebenso langen schneeweißen Haaren stand vor ihr und schaute sie mit gelinder Neugierde an.
"Treten Sie doch näher" sagte er mit ruhiger, freundlicher Stimme.
Ehe sie einen Schritt machen konnte erhielt sie einen kräftigen Stoß zwischen ihre Schulterblätter, der sie auf den Schreibtisch zutaumeln ließ. Keuchend entfuhr ihren Lungen die Luft und sie schwankte kurz.
Der alte Mann schritt erstaunlich behände auf sie zu, griff nach ihrem Arm und schob sie sanft in einen Sessel vor seinem Schreibtisch.
Er wandte sich an den Hausmeister und sagte: "Danke Mr. Filch, ich denke jetzt komme ich gut zurecht. Wenn sie bitte noch Professor McGonagall zu mir schicken würden, wäre ich ihnen sehr verbunden."
Filch nickte knapp und verließ den Raum.

Dumbledore ging hinter seinen Schreibtisch, setzte sich und zog seinen Zauberstab hervor. Mit einer kurzen präzisen Bewegung ließ er ein Tablett mit 3 Tassen und einer dampfenden Teekanne in der Luft über dem Tisch erscheinen. Langsam senkte er das Tablett auf die Tischplatte, wandte sich an seine Besucherin und fragte mit sanfter Stimme: "Tee, meine Liebe?"
Die Frau sah ihn an, zögerte einen Moment und erwiderte dann mit leichter Ironie im Tonfall: "Nein danke, ich nehme prinzipiell nichts zu mir, was kurz zuvor vor meinen Augen schwebte."
Der alte Mann lächelte verschmitzt und murmelte:" Ein ausgesprochen kluger Grundsatz."
Er griff nach einer Tasse, goss sich Tee ein, nahm einen Schluck und lehnte sich zurück.
"Mein Name ist Albus Dumbledore und mit wem habe ich das Vergnügen?"
Die Frau hatte derweil die Wände des Büros entdeckt und musterte die Bücherregale und Gegenstände mit staunenden Blicken und murmelte nur geistesabwesend: "Carol. Carol Featherton."
Dumbledore griff nach einer Kristallschale auf seinem Schreibtisch und hielt sie in Richtung der Fremden. Sie enthielt kleine gelbe Bonbons.
"Ein Zitronenbonbon? Ich versichere ihnen, sie sind nicht geschwebt", sagte er schmunzelnd.
Carol drehte sich zu ihm, ihr Blick schweifte zwischen ihm und der Schale hin und her und schließlich sagte sie mit einem Lächeln: "Nein danke, aber ich weiß zu schätzen, dass es bei Ihnen auch flugunfähige Nahrungsmittel gibt."
Dumbledore begann zu kichern, als die Tür schwungvoll aufgerissen wurde und eine ältere Dame mit grauen, zu einem strengen Knoten gebundenen Haaren stürmte in das Büro. Sie trug eine Brille mit viereckigen Gläsern, die im Moment etwas windschief auf ihrer Nase saß.
"Sie ist ein Muggel und kann Hogwarts sehen?", fragte sie entsetzt in Richtung Dumbledore.
Carol sprang von ihrem Sessel auf. Ihr reichte es allmählich wirklich. Was immer hier los war, diese Leute waren entschieden zu schrullig für ihren Geschmack.
"Ich bin ein was??? Wie haben sie mich genannt? Und wen habe ich gesehen?", fauchte sie aufgebracht.
Die ältere Dame drehte sich erschrocken zu ihr um, kniff die Augen zusammen und musterte sie einige Sekunden. Ihre Lippen bildeten einen Strich, als sie sagte: "Verzeihen sie, das war unhöflich von mir. Mein Name ist Minerva McGonagall. Ich habe sie einen "Muggel" genannt, so nennen wir Leute wie sie und Hogwarts ist nicht "wer" sondern "was", nämlich das Schloss hier."
Sie holte tief Luft, griff nach einer Teetasse und setzte sich in einen Sessel.
Carol setzte sich langsam wieder hin und wünschte sich, sie hätte auch eine Tasse, an der sie siech festhalten könnte.
Sie nickte in Richtung McGonagall und sagte betont ruhig: "Ich heiße Carol Featherton. Und was bitte sind Muggel, wer sind "Leute wie ich" und was für Leute fassen Sie unter dem Begriff "wir" zusammen?"
Dumbledore seufzte.
"Da gibt es wohl für alle Seiten einiges zu erfragen. Aber zunächst würde ich gerne wissen, was Sie hierher geführt hat, Carol."
Seine freundlichen, warmen Augen blickten sie auffordernd an, und so lehnte sie sich im Sessel vor und sagte ruhig: "Ich sah das Schloss wie im Nebel liegen, es sah so geheimnisvoll aus." Sie stockte, "Meine Neugierde war geweckt und ich beschloss nachzusehen, was es damit auf sich hat."
McGonagall warf ihr einen irritierten Blick zu. "Sie sahen das Schloss wie im Nebel liegen?"
Sie wandte sich an Dumbledore: "Sind alle ... äähh ... Vorkehrungen intakt?" Sie blickte Dumbledore eindringlich an und formte mit den Lippen das Wort „Schutzzauber“.
Er nickte leicht und wandte sich dann wieder an Carol: "Und das Schloss selber? Empfinden sie es als beunruhigend?". Leichte Neugier lag in seiner Stimme.
Sie legte den Kopf etwas schräg und überlegte: "Beunruhigend? Nein, eher ... stark."
"Stark?"
"Ja, mächtig. Als läge hier die Quelle großer Stärke. Großer Macht. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll ... als hätte man zufällig den Fuß auf die Insel Avalon gesetzt." Sie stockte. "Das klingt verrückt, oder?"
"Nicht verrückter als das, was sie noch erfahren werden", sagte Dumbledore mit einem milden Lächeln.
McGonagall sog zischend die Luft ein und fragte leise: "Was in Merlins Namen willst Du ihr denn erzählen?"
"Soviel, dass sie versteht, warum wir alle etwas eigenwillig auf ihre Anwesenheit reagieren."
Carol hob langsam eine Augenbraue und sog die Atmosphäre des Raumes in sich auf. Nach einigen Minuten sagte sie leise: "Darf ich fragen, was das hier für ein Ort ist? Eine Bibliothek? Ein Tempel?"
"Hogwarts ist eine Schule."
"Ah ... ja, ein Hort des Wissens. Großes Wissen verleiht große Macht, das ergibt einen Sinn", sinnierte Carol leise.
Dumbledore und McGonagall tauschten rasche Blicke.
Der Schulleiter holte tief Luft und begann zu sprechen.
Einige Stunden und diverse Tassen Tee später beendete er seine Erzählung und sah die staunend dreinblickende Carol an.
"äähh... ja..." sie hustete verlegen, "ich glaube, ich muss das erst mal verarbeiten" sagte sie mit einem leichten Zittern in der Stimme.
McGonagall fragte leise: "Und was machen wir nun mit ihr?"
"Ich werde sie erstmal am Grimmauldplatz unterbringen", sagte Dumbledore. "Dort sind im Moment Remus und Harry, sie wird dort gut aufgehoben sein."
Er griff in eine Schublade, holte einen Bleistiftanspitzer hervor, berührte ihn mit der Spitze seines Zauberstabs und murmelte ein leises Wort. Dann wandte er sich an die noch immer völlig ungläubig dreinschauende Frau und sagte sanft: "Noch einen weiteren kleinen Schock kann ich Ihnen nicht ersparen. Sie lernen nun noch eine unserer Reisemethoden kennen. Es könnte etwas erschreckend sein, aber keine Sorge, ich bleibe bei Ihnen."

Minuten später erschienen Dumbledore und Carol im Hauptquartier des Phoenix-Ordens und Lupin und Harry bekamen eine ausgesprochen ungewöhnliche Geschichte erzählt.
Eine ganze Weile herrschte Schweigen um den großen Küchentisch.
Dann prasselten Fragen aus allen Richtungen auf Dumbledore und Carol ein und es wurde ein sehr langer Abend in dessen Verlauf Carol testweise vor die Tür des Hauses Nummer 12 geführt wurde. Erstaunlicherweise konnte sie auch dieses Gebäude sehen, allerdings lag auch hier eine Art Nebel in ihrer Sicht.


-tbc
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21.11.2011, 17:20

Hi Lythanda,
ich finde deine geschichte wirklich sehr interessant und bin gespannt wie es weitergeht. Dass Carol Hogwarts und den Grimmauldplatz sehen kann, obwohl sie anscheinend ein muggel ist, finde ich cool.
Ich hoffe, dass es bald ein neues kapitel gibt und freue mich zu erfahren, wie es carol im grimmauldplatz und in der zaubererwelt ergeht,
lg sorayanne

Zitat

Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"


Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!

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21.11.2011, 18:30

So :D

Auch wenn ich es bisher nicht geschafft habe, die ganzen anderen Leserunden zu verfolgen, so hoffe ich doch, dass es wenigstens hier klappt. An deine FF erinnere ich mich natürlich noch, naja, eher schemenhaft, immerhin ist es an die fünf Jahre her, dass ich sie gelesen habe. Aber ich weiß noch, dass sie sehr spannend war.

Lustig finde ich den Gedanken, dass die Geschichte aus Sicht eines Muggels geschrieben ist, auch wenn Carol ein etwas ungewöhnlicher Muggel ist. Tut den ganzen Zauberern mal ganz gut zu sehen, dass nicht alle Muggel dusselig sind, wie McG ja gleich am Anfang feststellen darf.

Zitat

"Nicht verrückter als das, was sie noch erfahren werden", sagte Dumbledore mit einem milden Lächeln.
*lol* AD ist angenehm entspannt (wie man ihn aus Band eins bis fünf kennt *seufz* ) und lässt auch das Ungewöhnliche erstmal zu, ohne gleich aus der Fassung zu geraten. Die beiden scheinen gleich auf einer Wellenlänge zu sein.

Und jetzt bin ich sehr gespannt, wies weitergeht und freu mich auf Remus' Auftritt und natürlich auf den von Snape *hüpf*
Jungchen. Ich bin Captain Jack Sparrow. Klar soweit?



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22.11.2011, 15:35

Vielen Dank für euer Feedback, sorayanne und kola :knuff:

@sorayanne:
Freut mich wirklich, dass du den Anfang schon mal interessant findest.
Hinter Carol steckt noch deutlich mehr, als man auf den ersten Blick sieht, aber das dachtest du dir sicher schon. ;)
Sie wird einiges in der Zauberwelt erleben und ich hoffe, du findest es auch weiter spannend.

@kola:
Ach, das freut mich ja, dass du auch dabei bist! :knuff:
Joah, dass die Zauberer Muggel für durchweg dusselig halten, hat mich immer geärgert. Nunja, jetzt haben sie ja ein lebendes Anschauungobjekt *lach*
Dumbledore ist mir so viel lieber, als der berechnende Manipulator der letzten Bücher. Da ich die Geschichte nach Band 5 geschrieben habe, habe ich den Eindruck so weiter verarbeitet ... dem Himmel sei Dank.

So, ihr bekommt auch gleich ein neues Kapitel, denn am Anfang sind sie noch recht kurz. :D

/hugs
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22.11.2011, 15:43

Kapitel 2: Gewohnheiten und Ungewöhnliches...


In den nächsten Tagen erwies es sich, dass Carol zwar ein außergewöhnliches Gespür für die Emotionen ihrer Mitmenschen besaß, aber nicht den Hauch einer Ahnung, wie sie das Leben in einem Haus meistern sollte, das für Hexen und Zauberer gemacht war. Lupin war eine echte Hilfe und unterstützte sie mit viel Geduld. So entzündete er jeden Morgen ein großes Feuer in dem altmodischen Herd, damit auch Carol ohne Magie darauf kochen konnte.
Harry verbrachte die meiste Zeit seines Tages mit seinen Büchern am Küchentisch und beantwortete geduldig Carols Fragen.
Trotzdem gab es immer wieder Schwierigkeiten.
Eines Mittags stand Carol vor einem Schrank, dessen Tür sich nicht öffnen lassen wollte. Als sie etwas kräftiger zerrte sprang die Tür auf und eine Flut alter Porzellantassen ergoss sich über Carol und zerschellte auf dem Boden. Sie begann fluchend die Scherben einzusammeln, als Harry aufstand um ihr zu helfen. Er murmelte leise: “Kreacher war eine Landplage, aber manchmal war es doch leichter, als er noch da war.“
Carol sah auf. „Wer ist Kreacher?“
Harry erklärte ihr, was es mit den Hauselfen auf sich habe, die Geschichten von Dobby und Winky und schließlich erklärte er ihr noch Hermines B.ElfeR.
Nach einiger Zeit des Nachdenkens murmelte Carol fast unhörbar: „Ich frage mich … hm … vielleicht ginge das …“
Sie hob den Kopf und sah Harry mit fragendem Blick an. „Meinst Du, man könnte Winky fragen, ob sie uns hier helfen würde? Vielleicht fühlt sie sich nicht mehr ganz so schlecht, wenn sie irgendwo ist, wo sie wirklich sehr gebraucht wird.“
Harry überlegte einen Moment und sagte dann, er würde Professor Dumbledore über das Flohnetzwerk fragen.

Am nächsten Morgen stand Carol am Herd und briet Eier und Speck, als Harry die Küche mit verschlossener Miene betrat. Carol sah zu ihm herüber und betrachtete sein Gesicht. „Wenn wir nur mehr Zeit hätten“, dachte sie. „Niemand darf so durch sein Leben gescheucht werden wie dieser Junge.“ Sie seufzte vernehmlich, als ein Toast deutlichen Brandgeruch abgab, warf ihn in den Müll und sagte achselzuckend: „Ich bin halt keine Magierin, da geht doch dauernd was schief, wenn man keinen Toaster mit Aufknuspertaste und Krümelschublade hat.“
Harry grinste schief. „Hexe“
„Wie bitte?“
„Hexe. Frauen sind bei uns Hexen, Männer Zauberer. Magierinnen gibt’s nicht.“
„Aha. So … na ja …“ Sie schob ihm einen Teller mit Eiern, Speck und Toast hin und sagte mit funkelnden Augen: „Das sind Eier und Toast. Wir können das auch Kokosnussplantage nennen, aber wenn Du es in den Mund steckst, schmeckt es trotzdem nach Eiern und Toast.“
Sie nahm sich selber auch einen Teller und beide frühstückten schweigend. Lupin betrat kurz danach die Küche, wünschte fröhlich einen guten Morgen und setzte sich mit einem eigenen Teller zu den beiden.
Nachdem alle ihre Mahlzeit beendet hatten, nahm sich Lupin den Tagespropheten, eine Tasse Tee und verzog sich in eine Ecke. Harry griff in ein Regal an der Wand, holte Bücher, Pergament und Federn an den Küchentisch und begann einen Aufsatz für Verwandlungen zu schreiben.
Carol sah sich den Bücherstapel an, griff nach „Geschichte der Zauberei“ und fragte: „Darf ich mir das ausleihen?“
Harry blickte auf, sah das Buch und nickte gleichgültig. „Lies es ruhig, es ist ganz interessant. Das hat mir auch sehr geholfen, als ich im ersten Schuljahr ohne Ahnung von der Zaubererwelt nach Hogwarts kam.“
Carol verzog das Gesicht bei dem Gedanken, auf dem Wissensstand eines Erstklässlers zu sein, seufzte dann ergeben und begann zu lesen.

Harry versuchte sich auf den Aufsatz zu konzentrieren, aber seine Gedanken schweiften immer wieder ab. Letztes Jahr hatte er auch hier am Küchentisch gesessen, und da war Sirius in seiner Nähe gewesen. Er vermisste seinen Paten schrecklich und wie immer bei der Erinnerung an dessen bellendes Lachen spürte er eine eisige Hand nach seinem Herzen greifen und es schmerzhaft zerquetschen. Er sah auf und sah Lupin lesend und Tee trinkend in der Ecke der Küche sitzen. Eine plötzliche Welle des Zorns erfasste ihn. Wie konnten nur alle so tun, als wäre die Welt völlig in Ordnung? Sirius war tot und niemanden schien das zu stören.
Plötzlich fühlte er eine Hand auf seinem Unterarm und eine leise Stimme sagte: „Wir alle vermissen ihn schrecklich, Du bist damit nicht alleine.“
Er sah hoch und blickte Carol verständnislos an. „Du hast Sirius doch gar nicht gekannt!“, brach es mit unglaublicher Wut aus ihm heraus.
Carol setzte sich neben ihn und sagte ruhig: „Nein, ich habe Sirius nicht gekannt. Aber vielen von uns ist irgendwann einmal ein besonderer Mensch begegnet. Ein Mensch, der unserem Leben eine neue Wendung gegeben hat, der uns mehr geliebt hat als sein eigenes Leben. Ein Mensch, der das kostbarste Geschenk ist, das man bekommen kann.
Und wenn uns dieser Mensch dann wieder genommen wird, dann ist es, als würde ein Stück aus uns heraus gerissen. Als würde das Herz zu einem Eisklumpen, der mit einem Hammer zerschmettert wird. Es ist ein Schmerz, der sich anfühlt, als würde sich das Universum zusammenziehen, um dann mit einem infernalischen Schrei zu explodieren.
Und wenn wir dann die Augen öffnen, sehen wir, dass das Universum nicht explodiert ist. Dass es einfach weiter existiert, als wäre nichts gewesen. Wir sehen uns um und sehen, dass die Menschen um uns herum weiter leben. Und wir beginnen zu hassen. Das Universum, weil es nicht explodiert ist. Die Menschen, die leben obwohl unser Herz gestorben ist. Das Leben, weil es so grausam zu uns ist.
Aber das ist falsch. Hasse nicht das Leben, Harry. Hasse jene, die Dir den Menschen genommen haben, aber hasse nicht die Menschen, die leben. Denn letztendlich muss jeder lernen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt … für jene, die zurück geblieben sind. Aber vor allem aber: hasse nie das Leben.
Viele von uns haben das erlebt Harry. Wir alle vermissen ihn schrecklich … wie immer auch sein Name gewesen ist.“
Sie schwieg und legte einen Arm um Harrys Schulter. Er legte seinen Kopf an ihre Schulter und begann endlich zu weinen.

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22.11.2011, 18:02

Hey Lythanda,
dieses Kapitel finde ich sehr schön, das einzige was mich wundert ist, dass lupin so gut drauf ist, schließlich hat er auch seinen besten freund verloren. Ich hoffe,dass hermine und die weasleys auch bald mit in die handlung kommen und ich fände es irgendwie cool, wenn carol mit nach hogwarts dürfte während der schulzeit. Sowas würde ich gerne auch mal erleben :D aber wo ist jetzt kreacher? ist harry nicht jetzt der herr von ihm?
freue mich auf das nächste kapitel,
sorayanne

Zitat

Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"


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22.11.2011, 18:04

Hej Lyth :knuff:

Und schon geht's wieder los *Taschentuchsuch* Den letzten Absatz hast du schön formuliert.
Carol hat ja ziemlich stark ausgeprägte empathische Fähigkeiten, dass sie Harrys Trauer so gut nachempfinden und in Worte fassen kann. Ebenso hat sie seine Situation schnell erfasst, dass er keine richtige Kindheit hat.

"Magierinnen gibt's nicht",... typisch Zauberer *kopfschüttel* Zum Glück ist Carol nicht auf den Mund gefallen und kontert elegant. Und Lupin ist mal wieder lupinesk wie immer, sehr rücksichtsvoll, ihr jeden Morgen das Feuer zu schüren, damit sie auch kochen kann ;)

Die Kapitel sind wirklich ziemlich kurz, aber das ändert sich ja bald :D
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26. August 2005
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24.11.2011, 16:27

Vielen Dank für euer Feedback! :knuff:

@sorayanne:
das einzige was mich wundert ist, dass lupin so gut drauf ist, schließlich hat er auch seinen besten freund verloren.

Ich denke, Lupin macht sowas mehr im Inneren aus. Er ist ja schon recht "erprobt", was Verluste und Trauer angeht. *seufz*

Ich hoffe,dass hermine und die weasleys auch bald mit in die handlung kommen und ich fände es irgendwie cool, wenn carol mit nach hogwarts dürfte während der schulzeit. Sowas würde ich gerne auch mal erleben

HA! Ich kann dir jetzt schon erzählen, dass alle deine Wünsche erfüllt werden. :D

aber wo ist jetzt kreacher? ist harry nicht jetzt der herr von ihm?

Harry hatte ihn nach Sirius' Tod geerbt, wollte ihn aber nicht behalten, weil er befürchten musste, Kreacher würde Schlupflöcher finden, um Bellatrix von den Vorgängen im Haus zu erzählen. Wegschicken, bzw. frei lassen konnte er Kreacher auch nicht, da dieser sonst zu Bellatrix gelaufen wäre (nächste, erbberechtigte Black). Alsohat er Kreacher nach Hogwarts geschickt, um dort in der Küche zu arbeiten.


@kola:

Carol hat ja ziemlich stark ausgeprägte empathische Fähigkeiten, dass sie Harrys Trauer so gut nachempfinden und in Worte fassen kann.

Eine ihrer Stärken. :D Und irgendwas muss sie ja auch können, gerade das Empathische ist ja nicht gerade die Domäne der meisten Zauberer.

Und Lupin ist mal wieder lupinesk wie immer, sehr rücksichtsvoll, ihr jeden Morgen das Feuer zu schüren, damit sie auch kochen kann ;)

Gnihihi ... ja, in der früheren Veröffentlichung wurde das auch schon mal las recht chauvinistisch kritisiert. *lach*
Mein Gedanke dabei eher, dass es für Carol schlimm sein muss, wenn sie jedes Mal, wenn sie etwas essen möchte, oder sich einen Tee kochen will, jemanden um Hilfe bitten muss. Remus, der sich ja bestens damit auskennt, vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein, will ihr das ersparen und gibt ihr mit dem täglichen Feuer wortlos zu verstehen, dass er es ihn so einfach wie möglich machen möchte, ohne darum großes Aufhebens zu machen.

Liebe Grüße
Lythanda
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24.11.2011, 16:45

Kapitel 3: Neue Freunde und alte Verwirrungen ...


Die Tage zogen dahin und Carol lernte langsam aber sicher die einzelnen Mitglieder des Ordens kennen, die von Zeit zu Zeit im Haus auftauchten. Einige waren ihr gegenüber aufgeschlossen und freundlich, andere eher misstrauisch, doch Allem, was sie inzwischen über diese Welt und ihre Situation gelernt hatte, wunderte sie das nicht.
Allen kam es vor, als herrsche die Ruhe vor dem Sturm. Es gab kaum Nachrichten über Todesser-Aktivitäten, noch hörte irgendwer etwas über den Aufenthaltsort oder die Pläne Voldemorts. Es war, als würde irgendwo im Verborgenen etwas ausgebrütet und jeder wollte dringend wissen, was das war. Die leichte Nervosität war überall zu spüren, alle wollten gerne irgendwie aktiv sein, doch derzeit hieß es nur warten und Informationen sammeln.
Und so nahmen die Tage ihren Lauf.
Mehr und mehr wurde die Küche der zentrale Raum des Hauses, in dem sich das gesamte Leben abspielte und Carol etablierte die Tatsache, dass immer eine Kanne mit Tee auf dem altmodischen Herd stand. Außerdem liebte sie rohes Gemüse, von dem mittlerweile immer eine Schale auf der Anrichte oder auf dem Tisch stand. Diese Vorliebe wurde von den anderen eher schmunzelnd betrachtet. Einzig Tonks liebte rohe Möhren und knabberte davon so oft sie am Grimmauldplatz war. Gleichzeitig schien sie den Ehrgeiz entwickelt zu haben, ihre Haarfarbe immer der jeweiligen Möhre, die sie gerade aß, anzupassen.
"Wirst du eigentlich nicht vermisst von Deiner Umwelt?", fragte Harry sie eines Tages.
Carol schaute nachdenklich drein und sagte dann:" Nein, ich war sowieso auf einer Reise. Alle meine Freunde wissen das."
"Eine Reise? Wo wolltest du denn hin?", hakte Harry neugierig nach.
Schmunzelnd erwiderte Carol: "Nicht jede Reise muss ein Ziel haben. Mein Ziel war die Reise selber. Eigentlich eher eine Suche."
"Eine Suche? Was hast du denn gesucht?", warf eine Stimme von der Tür ein. Remus betrat die Küche und schlenderte zum Herd, um sich eine Tasse Tee zu nehmen. Er trug seinen Tee zum Tisch, setzte sich und sah Carol interessiert in die Augen. Ihre tiefbraunen Augen erwiderten seinen Blick ohne zu Blinzeln und nach einem Augenblick der Ruhe sagte sie: "Meine Reise ist eine andere Geschichte. Irgendwann wird die Zeit dafür sein, diese Geschichte zu erzählen, aber diese Zeit ist definitiv nicht heute."
Carol ging zum Herd, um sich eine neue Tasse Tee einzuschenken und sich dann wieder der "Geschichte der Zauberei" zu widmen, als sie sah, dass das Feuer wieder einmal fast erloschen war. Leise fluchend machte sie sich daran, es am Ausgehen zu hindern. Mit einer hektischen Bewegung versuchte sie Luft in die Flammen zu wedeln, ihr Ärmel streifte die Teekanne, die darauf ins Schwanken kam. Wie in Zeitlupe fiel die Kanne vom Herd, zerbrach am Boden und verspritzte Tee in alle Richtungen. Knurrend schnappte Carol sich einen Lappen und begann die Bescherung aufzuwischen und die Scherben einzusammeln. Eine besonders spitze Scherbe bohrte sich in ihre Handfläche und Blut mischte sich mit dem Tee auf dem Boden und in dem Lappen.
"Himmel, Arsch und Wolkenbruch!", explodierte Carol. "Was ist das heute bloß für ein verdammter Tag."
Lupin erhob sich ruhig, zückte seinen Zauberstab und sagte: "Ratzeputz". Die Flüssigkeiten auf dem Boden verschwanden und mit einer weiteren Bewegung des Zauberstabs und einem gemurmelten Reparo stand die Kanne wieder intakt auf dem Herd. Er brachte noch schnell das Feuer wieder in Ordnung und wollte sich dann Carols blutender Hand zuwenden. Ein giftsprühender Blick ließ ihn innehalten, dann flog ihm das tee- und blutgetränkte Tuch vor die Füße.
Erstaunt sah er sie an. "Was ist denn los? Ich wollte doch nur helfen."
"Wenn du helfen willst, dann geh raus und mach dem Welthunger ein Ende", fauchte sie ihn an.
Lupin zuckte zusammen, starrte sie verwundert an und warf dann Harry, der die ganze Szene beobachtet hatte, einen fragenden Blick zu. Harry zuckte unmerklich die Schultern.
Carol hielt ihre noch immer blutende Hand unter den Wasserhahn und seufzte.
"Was ist denn los?", startete Lupin einen weiteren Versuch.
"Was los ist?", knurrte Carol. "Das will ich Dir sagen: Ich weiß immer noch nicht, was ich hier eigentlich soll. Dumbledore besteht darauf, dass ich hier bleibe, weil er überzeugt ist, dass das wichtig ist. Aber ich komme mir hier völlig überflüssig und außerdem unfähig und dumm vor. Außerdem beneide ich euch alle glühend, dass Euer Rumgefuchtel mit den Zauberstäben das Leben so enorm einfach macht."
Sie holte tief Luft. "Sind das genug Gründe, warum ich im Moment nicht gerade in der Laune für ein fröhliches Plauschchen bin?" Sie warf einen wilden Blick zu Lupin und Harry, die mit verwirrtem Blick am Tisch saßen.
Plötzlich erklang aus der Halle wieder einmal Mrs. Blacks kreischende Stimme mit einer lautstarken Hasstirade, weil Kingsley das Haus betreten hatte und dummerweise der Vorhang vor dem Bild nicht zugezogen war.
Carol wurde kreidebleich, sprang auf und rauschte wütend aus der Küche in die Halle. Sie blieb vor dem Gemälde der Gift und Galle spuckenden alten Frau stehen und brüllte aus vollem Hals: "Wenn du verfluchte, dumme, widerwärtige alte Vettel nicht auf der Stelle den Mund hältst, dann schwöre ich, ich übermale Dein Bild mit schwarzer Lackfarbe!"
Mrs. Black verstummte.
In die plötzliche Stille hinein räusperte sich Kingsley und fragte leise: "Was ist denn hier los?"
"Wir erarbeiten das Rezept für Stachelbeermarmelade, was denkst du denn?“, fauchte Carol ihn mit vor Sarkasmus triefender Stimme an.
Kingsley stand da wie vom Basiliken versteinert und Lupin, der in der Küchentür stand räusperte sich leise: „Es reicht jetzt, meinst du nicht?“
Carol errötete noch ein wenig und murmelte dann: „Schulligung … das war ein Temperamentsausbruch. Ich bin irgendwie etwas überfordert grade.“ Sie lief tiefrot an und sah betreten auf den Boden.
„Ach so. Ich dachte schon, es wäre etwas Schlimmes“, sagte Kingsley trocken und marschierte in die Küche. Carol atmete tief ein, entspannte sich wieder ein wenig und folgte ihm mit einem Anflug eines Lächelns

Wenig später tauchte Dumbledore mit einem kleinen Geschöpf im Haus auf, das er als Winky, die Hauselfe vorstellte. Carol nahm sie mit in eine Ecke der Küche, griff nach einem der Sitzkissen, die auf den Stühlen lagen und legte es auf dem Boden vor sich. Sie deutete darauf und sagte zu Winky:“ Setz Dich.“
Die Elfe schaute erstaunt zu Carol hoch, setzte sich dann aber folgsam. Carol schnappte sich noch ein zweites Kissen, legte es vor das Erste und setzte sich selber darauf.
Dann sah sie sich das Geschöpf sehr genau an. Die riesigen Augen starrten sie voller Unsicherheit und Furcht an und Carol begann leise zu sprechen: „Winky, wenn ich das richtig verstanden habe, dann seid ihr Hauselfen Wesen, die gerne helfen. Ich brauche Hilfe. Mehr als ich gedachte hätte einmal Hilfe zu brauchen. Ich bin in einer Welt, in der ich fremd bin, in der ich mich kaum zurecht finde und ich weiß nicht mal, wie lange ich hier bleiben soll oder muss. Würdest du das tun? Mir hier helfen und mich unterstützen bei was immer auch meine Aufgabe sein soll?“
Winky sah sie aus ihren riesigen Augen an und wackelte nachdenklich mit den Ohren. „Ja, das könnte ich tun“, piepste sie leise.
Carol beugte sich vor und umarmte die kleine Elfe dankbar, die erschreckt nach Luft jappste und rasch die Küche verließ.


Langsam trudelten die restlichen Mitglieder des Ordens ein und zogen sich in den Besprechungsraum zurück. Carol blieb in der Küche mit Harry, Dumbledore hatte ihr erklärt, er würde sie in den Orden einführen, wenn die Zeit dafür reif sei.


Im Besprechungsraum gab es großes Stimmengewirr, bis Dumbledore auf den Tisch klopfte und um Ruhe bat. Er sah sich um und sagte dann: „Wir werden nicht auf Severus warten, er ist unterwegs und versucht Informationen zu bekommen. Wer weiß, wann er kommen kann. Ich weiß, euch allen brennen Fragen auf der Seele, deshalb sind wir heute hier beisammen.“
Moody hob den Kopf, sein magisches Auge drehte sich in Richtung Küche: „Wer ist sie genau, was tut sie hier und warum vertraust du ihr?“
Dumbledore holte tief Luft und erwiderte dann ruhig: „Wer genau sie ist, weiß ich nicht. Ich habe sie auch erst kennen gelernt, als Filch sie mir in meinem Büro mehr oder weniger vor die Füße warf. Minerva und ich hatten ein langes Gespräch mit ihr und ich kann euch erstmal ein paar Dinge über sie verraten. Aufgefallen ist sie uns, beziehungsweise wir sind ihr aufgefallen, weil sie unsere durch Zauber verborgenen Orte sehen kann. Muggelschutzzauber bewirken bei ihr nur eine leichte Trübung der Sicht, wie einen Nebelschleier. So kam sie nach Hogwarts. Und dann ist da ein besonderes Gespür, das sie für Energien und Magie hat. Sie nannte Hogwarts einen Ort großer Macht, womit sie ja nicht so ganz Unrecht hat.“ Er unterbrach sich und schmunzelte.
„Aber sie ist ein reiner Muggel? Ohne Zaubererblut?“, meldete sich Arthur Weasley zu Wort.
Dumbledore schwieg einen Moment nachdenklich, dann sagte er: „Ja, ich denke das ist sie. Zaubererblut wie wir es kennen hat sie keines, sie ist auch so magisch unbegabt wie ein Squib. Aber ich habe in ihr eine Kraft gespürt, die ich nicht einordnen kann. Sie hat Zugriff auf Magie, daran besteht kein Zweifel, doch was das für eine Magie ist, ist bis jetzt unklar.
Sie selber hat uns nur erzählt, dass sie sich auf einer Suche befand, als sie Hogwarts entdeckte. Und dass sie sich durchaus vorstellen könne, Hogwarts und unsere Welt sei ein Teil ihrer Reise. Nicht das Ziel, da war sie sich sehr sicher.
Sie sagte, sie sei bereit, eine Weile bei uns zu bleiben und zu sehen, was hier passiert, weil sie denkt, das könne ein Teil ihrer Reise sein. Aber was genau sie ist, was für eine Macht ihr zur Verfügung stünde, darüber sagt sie nichts. Sie hat nur erklärt, das könne sie nicht sagen, dafür wäre die Zeit noch nicht reif.
Ich weiß, das ist alles sehr nebulös, aber ich weiß auch, dass es Magie gibt, die viel älter und viel mächtiger ist als alles, was wir kennen. Nur kann man diese uralte Magie nicht kontrollieren und beherrschen, soweit ich weiß.
Wir werden also alle warten müssen, was sich weiter entwickelt.
Ich kann nur aus tiefstem Herzen sagen, dass ich mir sicher bin, Carol hat eine Bedeutung für unseren Kampf. Sie hat nicht zufällig in dieser sehr kritischen Zeit unseren Weg gekreuzt.“
Er schwieg und es wurden noch eine Menge Fragen gestellt.
Nach dem Ende der Versammlung begaben sich die meisten Mitglieder des Ordens in die Küche, wo sich Molly Weasley sofort daran machte, das Abendessen für alle zuzubereiten. Carol sah ihr voller Neid zu, wie sie mit wenigen Bewegungen des Zauberstabs die köstlichsten Dinge auf den Tisch brachte. Plötzlich sprang die Tür auf und eine Gestalt stürmte in den Raum. Ganz in schwarz gekleidet, mit langem, strähnigem Haar und einer sehr markanten Nase im finsteren Gesicht, rauschte der Mann nur Zentimeter an Carol vorbei.
„Hey, passen Sie doch auf, wohin sie treten, Sie Tram…!“, brauste sie auf, brach jedoch unvermittelt mitten im Wort ab, als er sich ihr zuwandte und sie mit einem kalten Blick seiner fast schwarzen Augen durchbohrte, wie man ein lästiges Insekt mit einer Nadel aufspießt. Er musterte sie einige Sekunden lang, dann kräuselte er die Lippen und verdreht die Augen. Mit einem verächtlichen Schnauben und einer schwungvollen Drehung wandte er ihr den Rücken zu.
Er sprach mit samtigem Bariton als er zu Dumbledore sagte: „Ich habe eine neue Informationsquelle gefunden. Dort hoffe ich einige Details zu finden, die mir noch fehlen bei meiner Theorie über einen Plan, den eine Gruppe von Todessern offensichtlich verfolgt. Ich werde mich sofort zu dieser neuen Quelle begeben und für einige Tage keinen Kontakt mit dem Orden halten können. Nun muss ich mich beeilen, es bleibt nicht viel Zeit.“
Mit diesen Worten verließ er das Haus.
Carol schnappte nach Luft und sagte: „ Was war das denn ???“
Lupin schmunzelte. „Das war Severus Snape“, sagte er in bedeutungsschwerem Tonfall.
„Aaaaha … „, erwiderte Carol noch immer wie betäubt. „Der Mann hat ein Gespür für einen gekonnten Auftritt“, fügte sie mit einem Anflug ihrer alten Ironie hinzu.
„Seine Abgänge sind auch nicht von schlechten Eltern“, murmelte Harry und Tonks grinste.
So aufgelockert wurde das Abendessen eine fröhliche Angelegenheit, bei der alle viel lachten und scherzten.
Nur Lupin saß stiller als sonst vor seinem Teller. Seine Gedanken schweiften ab, in zwei Tagen war Vollmond und nach Snapes Auftritt würde er in den nächsten Tagen keinen Wolfsbanntrank bekommen. Das bedeutete für ihn, er würde sich in der Vollmondnacht in einen der Kellerräume einschließen lassen und wieder mal die ganze Qual der unkontrollierten Verwandlung erleben müssen.
Carol beobachtete ihn verstohlen aus dem Augenwinkel und runzelte die Stirn.

Als endlich alle gegangen waren und auch Harry die Küche verlassen hatte, um ins Bett zu gehen, machte sich Stille zwischen Carol und Lupin breit.
Er lehnte an der Wand neben der Tür und wollte gerade den Raum verlassen, um in sein Zimmer zu gehen. Carol ging an ihm vorbei, hielt inne und ging einen Schritt zurück. Nun stand sie genau vor ihm, nur wenige Zentimeter von ihm entfernt. Sie sah ihm tief in seine Augen, hob eine Hand und legte sie flach an seine Brust. Einen Moment verharrten sie bewegungslos so, dann sagte sie leise: „Du bist ein Wolf, nicht wahr? Wunderbare Wesen, ihr seid dem Wald und der Erde so nahe. Gerade deshalb liebt die Mutter euch so viel mehr als andere Geschöpfe.“ Ihr Blick änderte sich und in ihren Augen war unbeschreiblicher Kummer zu sehen. „Warum diese Liebe aber mit soviel Schmerz verbunden ist, das weiß keiner.“
Einen Moment noch verharrte sie, dann löste sie ihre Hand von ihm und drehte sich um. Sie ging aus der Küche, drehte sich in der Tür noch einmal um und sagte: „Es gibt Hoffnung, weißt du? Verzweiflung mag irgendwann richtig sein, aber nicht heute. Hab keine Angst vor dem nächsten Mond, es gibt immer Optionen mit denen keiner rechnet.“
Mir diesen Worten ließ sie einen völlig verblüfften Remus Lupin in der Küche zurück.


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24.11.2011, 21:29

Hey, Lythanda,
ich freue mich dass es mal wieder neuen Lesestoff gibt.:D ich finde dass dieses kapitel sehr schön ist und dir gut gelungen ist. Besonders hat mir der Auftritt von Snape gefallen :D ich bin gespannt, was für eine Informationsquelle er da gefunden hat. Das ende finde ich auch sehr schön,dass carol lupin so mut macht. Aber meint sie mit "die Mutter" etwa die Erde?

Zitat von »sorayanne«

Ich hoffe,dass hermine und die weasleys auch bald mit in die handlung kommen und ich fände es irgendwie cool, wenn carol mit nach hogwarts dürfte während der schulzeit. Sowas würde ich gerne auch mal erleben

HA! Ich kann dir jetzt schon erzählen, dass alle deine Wünsche erfüllt werden.:D


das gefällt mir sehr gut :D
ich freue mich schon auf das nächste kapitel,
sorayanne

Zitat

Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"


Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!

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26.11.2011, 11:07

Vielen Dank für dein Review, sorayanne :knuff:

Freut mich, dass dir Snapes Auftritt gefallen hat. Über seine Informationsquellen werden wir noch so einiges erfahren, er hat da seine ganz eigenen Methoden. :D

Aber meint sie mit "die Mutter" etwa die Erde?

Jupp, ganz genau. Sie gehört einer etwas anderen Glaubensgemeinschaft an, als die Zauberer oder die Muggel. *g*
Aber auch darüber erfährst du im Verlauf der Geschichte noch viel mehr.

Und die Weasleys, Hermine und viele andere Charaktere aus den Büchern bekommen auch noch eigene Handlungsstränge ...

Liebe Grüße
Lythanda
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26.11.2011, 11:17

Kapitel 4: Verwandlungen und Wandlungen ...


Mit Winkys Hilfe war es viel einfacher, das Leben in dieser magischen Umgebung zu meistern, stellte Carol in den nächsten beiden Tagen fest. Dadurch blieb ihr mehr Zeit, ihre Umgebung und die Menschen zu beobachten.
Lupin wirkte etwas ruhiger als am Abend der Versammlung, doch er warf ihr immer wieder fragende Blicke zu. Zweimal hatte er versucht, sie zu fragen, was das an dem Abend gewesen wäre. Woher sie wisse, dass er ein Werwolf sei und was es mit der Liebe der Mutter auf sich habe. Er fühlte sich von niemandem mehr geliebt als andere Geschöpfe. Auch ihre Formulierung „wunderbare Wesen“ hatte ihn irritiert. Er hatte schon viele Dinge gehört, die man über Werwölfe gesagt hatte, aber „wunderbare Wesen“ war definitiv niemals dabei gewesen. Er konnte sich überhaupt niemanden vorstellen, der einen Werwolf wunderbar finden würde. Außerdem wollte er wissen, was es für Optionen waren, die sie angesprochen hatte. In einem hatte sie allerdings Recht behalten: Durch ihren denkwürdigen Auftritt war die anfängliche Verzweiflung tatsächlich von ihm gewichen.
Nun aber, da sie sich beharrlich weigerte, seine Fragen zu beantworten und sich der Vollmond näherte, kehrte das Gefühl der Verzweiflung mit aller Macht zurück. Er kannte sein Dasein eigentlich schon so lange, dass er nicht geglaubt hätte, es könnte ihn noch mehr schmerzen, aber durch die vielen deprimierenden Ereignisse der letzten Zeit war seine Leidensfähigkeit über ein erträgliches Maß hinaus strapaziert worden.
Wie grausam konnte das Schicksal sein? Reichte es nicht, dass er alle seine Freunde verloren hatte, durch Tod oder Verrat? Musste er einen seiner Freunde wiederbekommen, nur um ihn erneut zu verlieren? Zu erkennen, dass der Mensch, den er für einen Verräter gehalten hatte, zwölf Jahre lang immer da gewesen war und es nur eines Beweises bedurft hätte, damit er frei gewesen wäre, hinterließ eine grausame Leere. Ihre Freundschaft hatte zwölf Jahre verloren und nun war die Chance, diese Zeit nachzuholen, endgültig vorbei.
Wenn es nicht die Arbeit für den Orden gegeben hätte, er hätte sich schon lange gefragt, wozu all das hier gut war.
Lupin atmete tief durch und schüttelte die dunklen Gedanken ab. Es wurde langsam Zeit, mit den Vorbereitungen zu beginnen, der Abend war nahe und der Mond würde bald aufgehen.

Er betrat die Küche und wandte sich an Carol.
„Würdest du mir nachher helfen, bitte?“, fragte er direkt.
Sie blickte ihn erstaunt an und fragte: „Sicher. Wobei denn?“
„Du musst mich in einem der Kellerräume einschließen.“
„Hm … ja, wenn du das möchtest mache ich das“ ,sagte sie betont gleichmütig. „Sag mir einfach Bescheid, wenn es losgehen soll.“
Sie drehte sich um und verließ die Küche. Lupin sah ihr stirnrunzelnd nach.

Zwei Stunden später klopfte er an ihre Tür und bat sie nun in den Keller zu kommen. Als sie unten ankam, stand er schon in dem Raum, den er ausgesucht hatte. Eine massive Eisentür würde den Raum sicher verschließen, bis der nächste Tag anbrach.
Sie musterte den Raum und schauderte. Kalte, nackte Steinwände, ein unregelmäßiger Steinboden, auf dem altes Stroh lag, als wäre hier in früherer Zeit mal ein Tier eingesperrt gewesen. Es roch muffig und feucht. Lupin wirkte merkwürdig verloren in dieser Umgebung.
Carol sah ihn traurig an und fragte: „Brauchst du noch irgendwas?“
„Nein“, erwiderte er und wandte den Blick von ihr ab. „Schließ' bitte einfach die Tür von außen ab und öffne sie erst morgen früh wieder.“
„Ist in Ordnung“, sagte sie und blieb noch einen Moment unentschlossen im Türrahmen stehen, als wolle sie noch irgendetwas sagen. Sie zuckte unbeholfen mit den Schultern, dann machte sie kehrt, schloss die Tür von außen, drehte den Schlüssel zweimal um und ging nach oben.
Lupin stand noch eine Weile da und starrte die Tür an. Dann legte er seine Kleider ab, faltete sie und verstaute sie in einer Kiste, die in der Ecke des Raumes stand.

Carol stand in ihrem Zimmer und sah aus dem Fenster. Ihr Blick ging ins Leere, sie fürchtete sich vor dem, was ihr bevorstand. Im Stillen hatte sie gehofft, sie hätte Lupins Kummer ohne viele Worte lindern können. Bei Harry war es nicht so schwer gewesen Trost zu geben, aber Lupin war so viel mehrschichtiger als der Junge. Sein Kummer und seine Verzweiflung hatten verschiedene Wurzeln und zusammen bildeten sie einen grausamen Strauch des Schmerzes. Das ließ sich nicht mit ein paar einfühlsamen Worten lindern.
Carol kannte sich mit Schmerz aus, sie hatte ihn in vielen Formen in vielen Menschen erfahren und fand es kaum erträglich jemanden so sehr leiden zu sehen.
Sie wusste genau, was es bedurfte, um ihm Linderung zu verschaffen, aber sie hatte so sehr gehofft, dass das heute noch nicht nötig wäre. Dass sie noch Zeit hätte, sich darauf vorzubereiten. Dass es vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre. Sie wusste, dass sie etwas tun konnte und musste, was Hoffnung geben konnte. Aber sie wusste auch, was der Preis dafür war. Und sie fürchtete sich davor, diesen Preis zahlen zu müssen. Sie wusste, dass es allein ihre Entscheidung war. Und dass sie diese Entscheidung jetzt treffen musste. Es blieb nicht mehr viel Zeit, aber sie konnte sich nicht aus ihren Gedanken losreißen.
„Komm schon“, sagte sie zu sich selbst. „Du bist doch sonst auch nicht so ein Feigling. Oder wirst Du langsam schwach?“
Sie straffte sich und fällte ihre Entscheidung. Was auch immer der Preis war, den sie dafür zahlen musste, es gab eine Möglichkeit Schmerzen zu lindern und die würde sie nicht ungenutzt verstreichen lassen. Mit den Folgen für sich selber würde sie sich auseinandersetzen, wenn es soweit war.
Sie trat an den Schrank, griff in die Tasche ihrer Jacke und holte ein kleines Döschen heraus. Darin befand sich dunkle Erde mit einigen Tannennadeln und kleinen Blättern. Sie schüttete etwas davon in ihre eine Hand, verschloss die Dose sorgfältig wieder und steckte sie zurück in ihre Jackentasche. Dann zerrieb sie den Schmutz aus der Dose zwischen ihren Händen und hielt ihre Hände ans Gesicht. Sie atmete den erdigen Waldgeruch ein, sog den Duft und die Kraft tief in ihre Lungen und verließ dann mit federnden Schritten ihr Zimmer. Sie marschierte direkt in den Keller, schloss die Tür auf und betrat den Raum, in dem Lupin auf den Aufgang des Mondes wartete.

Lupin hörte, wie sich der Schlüssel im Schloss drehte und eine Welle von Panik durchfuhr ihn. Was immer Carol noch wollte, dafür war keine Zeit mehr, er konnte fühlen, dass die Verwandlung unmittelbar bevorstand. Wenn sie nicht auf der Stelle wieder abschloss würde er sie zerfetzen.
Die Tür öffnete sich und sie stand mit ruhiger Miene in der Tür. Nichts erinnerte mehr an ihr unsicheres Verhalten vom Abend. Sie trat einen Schritt auf ihn zu und er streckte die Hand aus. „Bleib draußen, bitte. Es ist keine Zeit mehr, du musst gehen. SOFORT !!“
Sie schüttelte nur den Kopf und sagte ruhig: „Entspanne dich, alles wird gut. Ich sagte doch, es gibt Optionen, mit denen keiner rechnet.“ Sie lächelte.
Langsam hob sie die Hände und berührte sein Gesicht. Sie legte ihre Hände flach an die Seiten seines Kopfes und hielt ihn fest. Lupin fühlte dass es zu spät war, das vertraute und verhasste Reißen begann, mit dem sich die Strukturveränderung seiner Knochen und seines Gewebes ankündigte. Er wollte noch etwas sagen, sich entschuldigen, sie warnen, doch kein Laut kam mehr über seine Lippen. Er blickte in ihre dunklen Augen, aber statt Angst, Panik, Abscheu oder Entsetzen sah er nur tiefen Frieden.
Voller Erstaunen bemerkte er, dass die Verwandlung dieses mal völlig schmerzfrei war, dann verschwand sein Verstand hinter der nebelhaften Wand der tierischen Instinkte.

Carol sah zu, wie der Mensch sich in den Wolf verwandelte. Sie hielt sein Gesicht weiter in ihren Händen, auch als es der Kopf des Wolfes war. Als die Verwandlung abgeschlossen war, strich sie einmal sanft über seine Schnauze, dann sank sie langsam auf den Boden, wo sie sich hinsetzte. Den Kopf noch immer in ihren Händen, folgte der Wolf ihren Bewegungen und legte sich neben sie auf den Boden mit dem Kopf in ihrem Schoß. Ein leises Winseln kam aus seiner Kehle und er schloss die Augen.
So verharrten sie bis zum Morgengrauen.

Als die Sonne aufging und der Wolf sich wieder in einen Menschen zurückverwandelte, löste Carol ihre Hände von seinem Gesicht und bevor Lupin realisierte, was geschehen war, schlüpfte sie aus dem Raum und ging nach oben.
Der Duft frischen Kaffees drang aus der Küche und Carol schickte einen dankbaren Gedanken an Winky. Sie betrat die Küche, wo eine große Kanne Kaffee und ein riesiger Berg Pfannkuchen warteten. Mit einem Becher Kaffee setzte sie sich an den Tisch und bewegte vorsichtig ihre verkrampften, schmerzenden Schultern.
Lupin folgte auch dem Duft und betrat die Küche kurz nach ihr. Er war vollkommen überwältigt von dem, was er erfahren hatte. Nicht nur war die Verwandlung völlig schmerzfrei gewesen, er fühlte sich nicht erschöpft und ausgelaugt, hatte keinerlei Verletzungen und auch erinnerte sonst nichts daran, dass er eine Vollmondnacht hinter sich hatte.
Er nahm sich Kaffee und Pfannkuchen und schob auch ihr einen Teller hin. Sie lächelte dankbar und er sah mit Entsetzen, wie sie aussah. Tiefe Furchen gruben sich von ihren Nasenflügeln zu ihren Mundwinkeln, ihr Gesicht war eingefallen und die Wangenknochen standen hervor wie bei einem Hungersnot-Opfer. Ihre Augen lagen tief in den Höhlen und wirkten stumpf.
Schweigend aßen sie. Dann platzte die Frage aus ihm heraus, die ihm seit der Rückverwandlung unter den Nägeln brannte. „Was war das?“
Sie schmunzelte und ein leichtes Leuchten blitzte in ihren müden Augen auf.
„Das war die Zähmung des Wolfes“, sagte sie und zwinkerte ihm zu.
„Wie lange ist er denn gezähmt“, fragte er erstaunt und hoffnungsvoll.
„Nur die eine Nacht“, enttäuschte sie seine stille, aufgekeimte Hoffnung.
„Kannst du das immer?“
„Nein. Niemand kann das immer.“
„Und wieso konntest du es letzte Nacht?“
„Weil deine Verzweiflung und dein Schmerz stärker waren als dein Mut. Weil ich so etwas nur dann kann, wenn Mut und Hoffnung vom Untergang bedroht werden. Wenn alles verloren scheint, dann kann ich eine Kraft aufbringen, die ich sonst nicht habe.“
Er sah sie an. „Aber das zehrt an dir, oder?“
„Ja. Ich bezahle dafür mit meiner eigenen Energie.“ Sie lächelte ihn an. „Aber das ist in Ordnung, den Preis ist es mir wert.“
Er sah sie eine ganze Zeit lang nachdenklich an, dann fragte er: „Wer bist du?“
„Ich bin niemand. Niemand wichtiges oder besonderes, ich bin nur ein Werkzeug. Ein Werkzeug übrigens, das jetzt schlafen geht.“
Gähnend verließ sie die Küche und Lupin starrte ihr noch eine ganze Weile nach, bevor auch er das Haus verließ.


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26.11.2011, 12:41

Hey Lythanda!
ich finde es wirklich sehr gut, dass carol lupin helfen konnte, jetzt bin ich aber auch wirklich sehr neugierig woher sie diese kraft hat, die schmerzen für eine nacht von einem werwolf zu nehmen. Und was sind das für besondere Blätter?Und woher kennt sie die verschiedenen schmerzen von den Menschen?
Ich freue mich schon wirklich sehr auf das nächste kapitel!!!!:D
lg sorayanne

Zitat

Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"


Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!

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Lythanda (07.12.2011)

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27.11.2011, 10:08

Hej Lyth :knuff:

Huch, ich bin im Rückstand :D

Zitat

"Wenn du helfen willst, dann geh raus und mach dem Welthunger ein Ende", fauchte sie ihn an.
Eine sehr emotionale junge Dame ^^ Aber ich kann gut nachvollziehen, dass Carol sich wie ein echter Trottel vorkommen muss. Sie sitzt den ganzen Tag in der Küche und muss alles 'zu Fuß' erledigen, während die Zauberer mal eben ihren Zauberstab schwingen. Um den Ratzeputz und den Reparo habe ich die Zauberer auch schon oft beneidet. Schön ist auch, dass sie in ihrer Wut mal eben Mrs Black überschreit und zum Schweigen bringt *lach*

Amüsiert habe ich mich auch über ihre Begründung AD gegenüber, dass die "Zeit noch nicht reif" sei, mehr über ihre Fähigkeiten zu erzählen. Ich schätze mal, AD hat ihr genau das gleiche geantwortet, als sie ihn gefragt hat, wie lange sie am Grimmauldplatz eigentlich noch runsitzen soll. Mal abgesehen davon, dass beide vermutlich ihre Gründe für die Geheimhaltung haben, verwenden sie beide auch noch die gleiche Hinhaltetaktik. Damit begegnet Carol ihm zumindest auf bestimmten Gebieten auf Augenhöhe.

Zitat

Carol schnappte nach Luft und sagte: „ Was war das denn ???“
*lol* Der Mann mit dem Gespür für gekonnte Auftritte ^^ Carol hat auch Snape gleich gut eingeschätzt. Das "Trampel" passt besonders gut, schließlich macht er das ja auch gerne, ganz bewußt auf den Gefühlen anderer Leute rumtrampeln, wie wir hier live beobachten dürfen.

Zitat

"Nicht jede Reise muss ein Ziel haben. Mein Ziel war die Reise selber. Eigentlich eher eine Suche."
Spannend. Sie ist auf einer "Reise", bei der sie "sucht", also selbst noch nicht so ganz genau weiß, wo sie hinführen soll, sie weiß etwas, was AD nicht weiß und AD weiß etwas, was sie nicht weiß. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was das war und werde langsam echt neugierig ^^

Zitat

„Du bist ein Wolf, nicht wahr? Wunderbare Wesen, ihr seid dem Wald und der Erde so nahe. Gerade deshalb liebt die Mutter euch so viel mehr als andere Geschöpfe.“
Ihre Art von Magie scheint eine intuitivere zu sein als die stark materiell geprägte 'Simsalabim, ich brauche mal eben zwei Stühle'-Magie der Zauberer. Die Themen Intuition und Naturkräfte kommen bei denen ja so gut wie gar nicht vor. Carols Magie erinnert mich etwas an eine Art Schamanismus, weil sie sich bei Lupins Verwandlung stark erdverbundene Kraft aus dem Wald mitgebracht hat.

Zitat

Sie musterte den Raum und schauderte. Kalte, nackte Steinwände, ein unregelmäßiger Steinboden, auf dem altes Stroh lag, als wäre hier in früherer Zeit mal ein Tier eingesperrt gewesen. Es roch muffig und feucht.
Ein schöner Einblick in Lupins Wertschätzung sich selbst gegenüber *Kopfschüttel* Aus seiner Sicht ist die schäbigste Ecke für ihn gerade gut genug. Der hat Carols Hilfe wirklich dringend nötig *seufz*

Ich freu mich schon auf die nächsten Kapitel :D
Jungchen. Ich bin Captain Jack Sparrow. Klar soweit?



26. August 2005
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Lythanda (07.12.2011)

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28.11.2011, 18:41

Vielen Dank für euer Feedback! :knuff:

@sorayanne:
Soooo viele Fragen ... :D
Aber keine Sorge, sie werden alle beantwortet. Nur will ich das jetzt noch nicht tun, denn all das wird im Verlauf der Geschichte erklärt.


@kola:
Hui ... so ein langes Review! *freu*
Joah ... Carol ist sehr emotional manchmal. Andererseits ist ihre Situation auch einzigartig und sie ist der Typ, die manchmal etwas überschäumt. :hihi:
Ich glaube nicht, dass ihr klar war, mit wem sie sich angelegt hat, als sie Mrs Black zusammengebrüllt hat *lach*. Aber in ihrer Wut war ihr das wohl auch egal.

Du siehst das ganz richtig, sie und Dumbledore teilen die Leidenschaft für kryptische Hinweise und den Verweis auf die Zeit, die noch nicht reif ist. :D
Bleibt die Frage, ob sie sich deshalb so gut verstehen, oder trotzdem. ;)

Freut mich, dass dir Snapes Auftritt gefallen hat. Wie du ja weißt, liegt er mir besonders am Herzen :)

Ihre Art von Magie scheint eine intuitivere zu sein als die stark materiell geprägte 'Simsalabim, ich brauche mal eben zwei Stühle'-Magie der Zauberer.

*lach* Hübsch gesagt! Stimmt auch genau.

Carols Magie erinnert mich etwas an eine Art Schamanismus, weil sie sich bei Lupins Verwandlung stark erdverbundene Kraft aus dem Wald mitgebracht hat.

Nicht schlecht. Aber auch nicht ganz richtig. Die Auflösung findet sich dann in späteren Kapiteln *in schweigen hüll*

Ein schöner Einblick in Lupins Wertschätzung sich selbst gegenüber *Kopfschüttel* Aus seiner Sicht ist die schäbigste Ecke für ihn gerade gut genug.

Na, ich denke, bei der Auswahl des Raumes spielte eher der praktische Gedanke an die massive Tür eine Rolle, als die Selbsteinschätzung.
Allerdings hast du da auch Recht, ich fürchte, er hat sich gar keine Gedanken darüber gemacht, wie der Raum wirken könnte. Er hat einfach gedacht "Keller, dicke Wände, massive, verschließbare Tür, werewolfe-proof."
Daran zu denken, dass er sich auch in einer etwas kuscheligeren Umgebung wegschließen könnte, passt wohl (zu diesem Zeitpunkt) nicht zu ihm.

/hugs
Lyth
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29.11.2011, 18:51

Kapitel 5: Der Ernst beginnt …


In den nächsten Tagen erholte sich Carol sichtlich, so dass Lupins Sorge um ihre Gesundheit geringer wurde. Dennoch brannten ihm Fragen auf der Seele, doch sie wies ihn immer wieder mit einem Lächeln und einigen gemurmelten Worten zurück aus denen er nur etwas wie „… andern Mal … noch nicht soweit …“ heraushören konnte.
Der Sommer neigte sich dem Ende zu und Harry beschäftigte sich mehr mit seinen Büchern, da das neue Schuljahr in drei Wochen beginnen würde. Er dachte kurz daran zurück, dass Lupin ihn bereits nach vier Tagen aus dem Ligusterweg abgeholt hatte und Dankbarkeit erfüllte ihn. Das Verhalten der Dursleys war so merkwürdig und verschlossen abweisend gewesen, dass er nicht mehr genau wusste, wie er mit ihnen umgehen sollte.
Hier war das Leben so anders. Er war einer von Vielen und völlig normal. Es machte ihm Freude, Carol zu helfen. Endlich war mal nicht er der Außenseiter und er genoss dieses Gefühl. Seit dem Gespräch über den Verlust geliebter Menschen fühlte er sich merkwürdig leichter und er hatte das Gefühl, Carol irgendwie verbunden zu sein.
Am Dienstagabend erschienen die Weasleys zu einem neuerlichen Treffen des Ordens und sie brachten Ron mit. Er sollte die letzten drei Wochen der Ferien mit Harry im Haus verbringen, da seine Eltern einen Auftrag für den Orden erledigen mussten. Arthur hatte extra Urlaub beim Ministerium einreichen müssen, damit sie gemeinsam als Ehepaar reisen konnten. Tarnung wurde in diesen Tagen immer entscheidender und so waren die Weasleys ein wichtiger Aktivposten des Ordens. Wer würde schon bei diesem so harmlos wirkenden Ehepaar Verdacht schöpfen?

Zudem war eine Nachricht von Snape eingetroffen, dass er über seine Informationsquelle berichten müsse.
So war ein Treffen des Ordens einberufen worden, das heute Abend stattfinden sollte. Die Weasleys fanden, es wäre eine gute Idee, wenn sie Ron gleich mitbringen und dann im Haus lassen würden und Harry freute sich schon ungemein auf seinen Freund.
Langsam trudelten sowohl die Weasleys, als auch die Mitglieder des Ordens ein.
Mit Molly Weasley betrat ein junges Mädchen die Küche, das sofort von Harry freudig begrüßt wurde.
„Hermine! Was machst Du denn hier?“
„Ich habe meine Eltern gefragt, ob ich nicht einige Zeit mit Ron und dir hier verbringen darf“, erwiderte sie. „Es kam ihnen nicht allzu ungelegen, weil die Praxis renoviert wurde und die Handwerker einen enormen Wasserschaden verursacht haben. Tja, die Hälfte der Instrumente ist im Eimer und der gesamte Röntgen-Bereich ist unbrauchbar. Nun muss alles neu gemacht werden und sie wollen die Gelegenheit nutzen, um die Praxis gleich auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Das erfordert, dass sie sich erstmal genau informieren, was der Zahnarzt von Welt heutzutage so alles in seiner Praxis anbieten sollte. Na ja, so werden sie sowieso wenig Zeit haben, also kommt es ihnen gerade Recht, dass ich hierher wollte.“
Sie schwieg und grinste Harry fröhlich an. Krummbein sprang von ihrem Arm und direkt auf Carols Schoß. Hermine sah zu ihr herüber und sagte: “Oh, du musst Carol sein. Harry hat mir in seinem letzten Brief von dir erzählt.“ Sie reichte Carol die Hand.

Langsam füllte sich die Küche, alleine Professor Dumbledore fehlte noch. Minerva McGonagall traf ein und erklärte, er sei seit dem Nachmittag unterwegs um etwas zu suchen. Er habe gesagt, er würde danach direkt zum Grimmauldplatz kommen.
„Also sollten wir einfach auf ihn warten“, schloss sie ihren Bericht.
Als nach einer Stunde immer noch nichts von Dumbledore zu sehen war, schlug Molly vor, zuerst zu essen und danach die Versammlung abzuhalten.
Alle stimmten begeistert zu und Molly machte sich an die Arbeit. Lächelnd lehnte sie sowohl Carols als auch Tonks’ Angebot zu helfen ab und wirbelte mit der ihr eigenen Effizienz durch die Küche.
Gerade als sich alle an den Tisch setzen wollten, öffnete sich die Tür und Snape betrat den Raum. Das fröhliche Gekichere erstarb augenblicklich, als er sich mit kaltem Blick umsah.
„Wo ist Dumbledore?“, fragte er ohne Umschweife.
„Guten Abend. Ich freue mich auch, Sie hier zu sehen“, sagte Carol mit einem aufgesetzt freundlichem Lächeln auf dem Gesicht. Sie schmunzelte innerlich, hatte sie sich doch auf ein erneutes Zusammentreffen mit dem Tränkemeister mental vorbereitet. Sie hatte sich geschworen, er würde sie nie wieder derartig überfahren wie bei ihrem ersten Zusammentreffen.
Er warf ihr einen wütenden Blick zu und erwiderte nur: „Guten Abend. Würden Sie bitte aufhören in meiner Gegenwart …“
Er verstummte und wandte sich von ihr ab, als wäre sie die Worte nicht wert.
„In Ihrer Gegenwart aufhören womit? Zu existieren?“, fragte sie ihn an seinen Rücken gewandt.
Er drehte sich wieder zu ihr um und zog langsam die Augenbrauen hoch. Seine Lippen bildeten eine dünne Linie als er sagte: „Das wäre ein Anfang.“
Carol verdreht die Augen. „Meine Güte, bei Ihrer Zeugung hat Prince Charming ja nicht unbedingt mitgewirkt, oder?“
Tonks brach in hemmungsloses Kichern aus, was ihr einen blitzesprühenden Blick von Snape einbrachte.
„Severus, setz dich mit an den Tisch, wir müssen sowieso auf Dumbledore warten“, sagte Lupin geduldig.

Snape setzte sich und um ihn herum entspannen sich muntere Gespräche, die er zu ignorieren versuchte.
Plötzlich erschallte aus der Halle wieder einmal Mrs. Blacks Gekreische. „Schlammblüter, Verräter des Blutes und nun auch noch ekelerregende Muggel verseuchen mein Haus und keiner unternimmt etwas dagegen! Mögen sie verrotten in ihren Gräbern nachdem ein mutiger Reinblüter den Mumm hatte, ihnen die Köpfe abzuschlagen!“
Alle am Tisch verdrehten die Augen, nur Snape nickte gedankenverloren.
„Glauben Sie an das, was die Frau sagt?“, fragte Carol ernsthaft interessiert.
„Sie hat nicht unbedingt Unrecht mit ihren Ansichten“, erwiderte Snape trocken.
„Lieber Himmel, Logik ist nicht gerade Ihre Stärke, oder?“, fragte Carol und klang unbeabsichtigt etwas schnippisch.
Snape sah sie einen Moment lang an, dann erwiderte er: „Was wissen Sie schon über die Reinheit des Blutes?“
„Ich habe einiges über ihre Vorstellungen von Reinheit, Halbblütern und Muggeln gelesen“, sagte Carol ruhig. „Und ich halte es für ausgemachten Unsinn.“
Alle Blicke an Tisch hatten sich inzwischen den Beiden zugewandt, das versprach ja ein spannendes Rededuell zu werden.
„Unsinn?“, fragte Snape mit hochgezogenen Augenbrauen und ein undefinierbar überlegen-amüsierter Gesichtsausdruck erschien auf seinem Gesicht. „Würden Sie das vielleicht erläutern?“
„Aber gerne“, sagte Carol ruhig und zu Harrys Erstaunen klang keinerlei Süffisanz in ihrem Ton mit.
„Es ist im Grunde ganz einfach. Die Natur verabscheut Reinblütigkeit. Sie strebt nach Veränderung, Verbesserung. Das kann die Züchtung der Reinheit nicht bieten. Reinheit ist Stillstand und Stillstand kann niemals irgendwohin führen.“
Snape sah sie erstaunt an. „Was meinen Sie mit 'Reinheit ist Stillstand?'“
„Nun, immer wenn es in der Natur zu einer Weiterentwicklung kommt, war eine Vermischung oder eine Mutation am Werk. Wenn eine Art rein geblieben ist, dann hat sie sich dem Untergang geweiht. Sie tun genau das.
Sie erklären die Reinheit des Blutes zum Heiligtum und töten ihre eigene Art damit."
Sie hielt inne. Snape sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an, schwieg aber.
"Sie erheben den Anspruch eine Regel aufgestellt zu haben, der alle Ihresgleichen folgen sollen, aber die Natur unterwirft sich keiner fremden Regel. Und Sie erwarten in Ihrer Arroganz, dass die Natur ihnen das durchgehen lässt. Aber das wird sie nicht. Die Reinheit des Blutes bringt nach einer gewissen Zeit nur noch Krüppel hervor, genetisch defekte Kreaturen.
Sie glauben, sie können das reine Blut erhalten, aber Sie verdammen Ihre Art zum Tode. Kein glorreicher schneller Tod, sondern ein Tod in gebrochenen Körpern und in geistiger Umnachtung."
Sie sah ihn an mit einer Mischung aus Mitleid und Zorn und Snape erwiderte ihren Blick ungerührt, dann sagte er ruhig: "Das ist dummes Zeug. Sie wissen nichts von uns und sollten sich daher mit unqualifizierten Äußerungen zurückhalten."
Carol seufzte vernehmlich. "Ich dachte mir schon, dass Sie der Vernunft nicht sonderlich aufgeschlossen gegenüber stehen. Mein Wissen um Ihre Art ändert nichts an den Grundsätzen der Vernunft, der Logik und der Natur."

Snape starrte sie einige Minuten schweigend an, dann erhob er sich und sagte in die Runde: "Ich kann nicht länger warten. Richten Sie Dumbledore aus, ich muss wieder zu meiner Quelle. Anscheinend gibt es ein uraltes Artefakt, das starke Macht besitzt. Einige Todesser wollen mehr darüber in Erfahrung bringen und es wahrscheinlich für den dunklen Lord in ihren Besitz bringen, wenn es hält was sie sich davon versprechen. Ich werde versuchen mehr über das Artefakt und die Pläne der Todesser heraus zu finden und melde mich, sobald ich etwas weiß."
Er ging zur Tür, dreht sich noch einmal um, blickte in die Runde. Sein Blick blieb einen Augenblick auf Carol ruhen, als ihre Blicke sich trafen schüttelte er fast unmerklich den Kopf, dreht sich erneut zur Tür und verließ das Haus.

Carol sah die Mitglieder des Ordens an, dann wandte sie sich an Lupin. "Seid ihr sicher, dass er auf eurer Seite steht?"
Alle Augen wandten sich ihr zu, vereinzelt hörte sie erschrockenes Schnappen nach Luft.
"Wie meinst du das? Hast du etwas Böses in ihm gefühlt? "
Carol dachte nach. "Nein, nicht böse ... aber allein. Er ist kein Team-Player, wie man bei uns sagt."
Sie verstummte und ließ noch einmal die Eindrücke, die sie in dem Gespräch von ihm empfangen hatte auf sich wirken.
"Er steht nur auf seiner eigenen Seite. Er hat eigene Definitionen für Recht und Unrecht. Und nur nach denen handelt er. Ja, er kämpft an eurer Seite, solange das seine Seite ist, solange eure Ziele seiner Definition von Recht entsprechen. Aber das ist Treue sich selber gegenüber, keine Treue eurer Sache gegenüber. Vergesst das niemals."
In diesem Moment öffnete sich die Tür und Dumbledore betrat die Küche. Er bat die Mitglieder des Ordens in den Versammlungsraum und Harry, Ron, Hermine und Carol blieben in der Küche zurück.
Ron, Hermine und Harry saßen in einer Ecke und plauderten angeregt. Carol lächelte. Sie waren gut aufgehoben und so verließ sie leise die Küche und ging in ihr Zimmer.

Sie setzte sich auf das Bett und schlug die Hände vor ihr Gesicht.
Wieder hatte sie das Gefühl die Zeit würde zu schnell verrinnen, ihr würde die Zeit fehlen, sich für das Kommende vorzubereiten. Sie wusste, etwas Grauenvolles würde geschehen, jemand würde Schreckliches erleiden. Es stand nicht in ihrer Macht, das zu verhindern. Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie den Schmerz würde lindern können.
Fast wünschte sie, sich in Luft auflösen zu können nur um Frieden zu finden. Wozu war sie denn da, wenn sie nicht helfen konnte? Was sollte sie tun, wenn alle ihre Fähigkeiten nichts nützen konnten gegen das kommende Leiden. Wenn sie nur nicht so alleine wäre. Wenn es nur jemanden gäbe, der ihr Rat und Hilfe geben könnte.
Wenn nur mehr Zeit wäre ....
Doch die dunklen Mächte brauchten keine Zeit, die Zeit spielte auf ihrer Seite. Je schneller sie erstarken konnten, desto besser war es für sie.
Carol seufzte, blickte aus dem Fenster und sah den Sonnenuntergang.
"Fast symbolisch .." dachte sie und Tränen liefen über ihr Gesicht.


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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lythanda« (02.12.2011, 18:35)


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02.12.2011, 19:54

Kapitel 6: Die Falle schnappt zu …


Wieder kehrte Ruhe ein in das Haus am Grimmauldplatz Nummer 12. Ron, Harry und Hermine verbrachten viel Zeit miteinander, sie hatten sich viel zu erzählen und auch die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr nahmen einiges an Zeit in Anspruch.
Lupin versuchte ständig an Carols Seite zu sein, er hatte die Veränderung, die mit ihr in den letzten Tagen vor sich gegangen war deutlich bemerkt. Auch Tonks hatte mitbekommen, dass etwas anders war und war häufig im Haus und leistete Carol und Lupin Gesellschaft.

Eines Nachmittags saßen sie wieder einmal am Küchentisch, tranken Tee und Tonks knabberte an Möhrenstreifen, mit denen sie beim Sprechen furchteinflößend herumfuchtelte.
„Was denkst du über Snape?“, fragte sie unvermittelt.
Carol überlegte einen Moment. „Nicht viel. Er tut Dinge, die kein anderer tun würde. Er denkt, das wäre unvermeidbar, er glaubt er tut das Richtige, aber manchmal denke ich, er versucht zu viel zu tun. Es ist, als wolle er eine Schuld begleichen.“
Sie sah Lupin und Tonks fragend an. Tonks zuckte mit den Achseln und Remus sagte langsam: „Da ist etwas dran, den Verdacht haben einige von uns, aber Genaues weiß wohl nur Dumbledore. Ihn und Severus verbindet eine Geschichte, die keiner außer den beiden kennt.“
Carols Blick schien sich in der Ferne zu verlieren.
„Das muss enden“, sagte sie schlicht. „Diese Gedanken von Schuld und Sühne tragen nur die Saat der Zerstörung in sich. Sie sind zu nichts anderem nutze. Wenn es Snape nicht gelingt, sich von diesen Gedanken zu lösen … wenn es ihm nicht gelingt, sich von seiner Vergangenheit zu lösen, dann hat er keine Zukunft.“
Tonks sah sie erschreckt an. „Ist er in Gefahr bei seiner Mission?“
„Ja, mehr als er und wir ahnen, fürchte ich. Er hat vor sehr langer Zeit einen Teil von sich verloren. Er glaubt, jemand habe ihm diesen Teil genommen und er kann das niemals verzeihen. Er hat gelernt zu hassen, weil er glaubt, man habe ihm Unrecht getan. Aber er hat nie gelernt, dass es Dinge gibt, die kann einem kein Mensch nehmen, wenn man es nicht zulässt. Er hat nie begriffen, dass nur seine stillschweigende Duldung es seinem Gegner ermöglicht hat, ihm diesen Teil von sich zu nehmen.
Und so geht er durch die Welt voller Wut und Hass und versucht den Teil von sich wieder zu finden, der ihm fehlt. Und dabei ist dieser Teil von ihm immer noch da, er muss ihn nur sehen und akzeptieren. Und er muss begreifen, dass nur er alleine entscheiden kann, wie viel ein anderer ihm antun kann. Dass er selber das Maß dessen bestimmt, was man ihm nehmen kann. Nur dadurch, dass er es zulässt.“
Sie holte tief Luft. „Nun geht er also los und übernimmt gefährliche Missionen, als wolle er vermeiden, in sich selber zu sehen und endlich herauszufinden, was dort geschehen ist. Aber das ist oft so. Wenn der Schmerz im Inneren so groß ist, dass er den Blick für das Leben trübt, dann neigt man dazu, überhöhte Risiken einzugehen, denn nichts kann einen mehr schockieren oder verletzen.“
Sie lehnte sich zurück, Traurigkeit lag in ihrem Blick. „Aber ich fürchte, der Preis für seine Suche nach dem fehlenden Teil wird hoch. Ich fürchte, er kann nicht alles aushalten, auch wenn er das glaubt.“

Die Tür öffnete sich und Alastor Moody betrat den Raum.
„Tonks, Remus, wir haben Nachricht von Snape. Er hat einen wichtigen Gegenstand und möchte, dass wir ihn sofort treffen. Wir sollen den Gegenstand von ihm übernehmen und sofort nach Hogwarts bringen, damit er dort von Experten untersucht wird. Er selber will seine Tarnung nicht gefährden und bleibt noch bei der Gruppe Todesser, bei denen er sich zurzeit aufhält. Deshalb sollen wir ihn kurz treffen, den Gegenstand von ihm entgegennehmen und dann wieder verschwinden. Der Treffpunkt ist eine Lichtung am Waldrand von Stashton Woods.“
Carol hörte Moodys Worte und alle Farbe wich aus ihrem Gesicht. Sie schnappte hörbar nach Luft und alle drehten sich zu ihr um.
„Ich muss da mitkommen“, sagte sie mit einem unüberhörbaren Zittern in der Stimme.
„Auf gar keinen Fall!“, warf Moody sofort ein. „Das kommt gar nicht in Frage!“, er schnaubte „ein Zivilist bei einem konspirativen Treffen ... Soweit kommt’s noch.“
Carol dreht sich zu Lupin um. „Remus, kannst du mir vertrauen? BITTE! Nimm mich mit zu diesem Treffen. Ich kann dir nicht erklären, warum das so wichtig ist, aber es ist so.“ Ohne ein weiteres Wort sah sie ihm in die Augen und ihr Blick flehte ihn um Hilfe an.
Lupin dachte nur eine Sekunde nach, dann sagte er ruhig: „Wir nehmen sie mit. Sie hat schon mehrfach einen merkwürdigen Instinkt für das Unerwartete bewiesen, das kann nur von Nutzen sein.“
Moody murmelte ein paar unverständliche Worte, warf Lupin einen grimmigen Blick zu, sagte aber nichts mehr zu dem Thema.
Tonks hatte sich derweil am Kamin zu schaffen gemacht.
„Es gibt ein paar hundert Meter vom Waldrand entfernt ein altes Zaubererhaus, das im Moment leer steht, dessen Kamin aber noch an das Flohnetzwerk angeschlossen ist. Damit können wir reisen“, sagte sie eifrig.

Wenige Augenblicke später verließen die vier das Zaubererhaus und gingen schnellen Schrittes auf den Waldrand zu. Sie betraten den Wald und hielten nach der Lichtung Ausschau. Vorsichtig bewegten sie sich durch das dichte Unterholz, bemüht möglichst wenig Lärm zu machen.
„Hier irgendwo müsste Snape gleich sein“, murmelte Moody und da sahen sie ihn. Seine unverkennbare Gestalt stand am Rand einer Lichtung. Doch er war nicht alleine. Vier in Kapuzenumhänge gehüllte Gestalten standen ihm gegenüber und sprachen mit ihm. Moody, Tonks, Lupin und Carol hielten inne und versuchten zu hören, was dort gesprochen wurde. Doch die Unterhaltung war zu leise und zu weit entfernt. Man konnte lediglich ein Murmeln hören, aber einzelne Worte waren nicht unterscheidbar. Snape hob die Arme wie in einer abwehrenden Geste und sprach schneller. Es war, als wolle er die vier Männer von irgendetwas überzeugen. Man konnte fast die Eindringlichkeit spüren, die von seinen Gesten und den unverständlichen Worten ausging.
Plötzlich wurde seine Rede von einem lauten und hässlichen Lachen unterbrochen. Der Todesser ganz rechts machte eine Geste, als wolle er Snape zum Schweigen bringen und lachte nochmals laut und bösartig auf. Dann zückten alle vier ihre Zauberstäbe und ein mehrstimmiges „CRUCIO!“ schallte durch die Bäume.
Snapes Körper, von dem vierfachen Fluch getroffen, zuckte wie bei einem Elektroschock, doch er blieb auf seinen Beinen stehen.
Kein Laut kam über seine Lippen.
Die Szene wirkte wie eingefroren, bis er nach einigen Momenten langsam auf die Knie sackte. Er verharrte einen Augenblick, dann kippte sein Körper zur Seite. Liegend krümmte er sich unter den noch immer auf ihn wirkenden Flüchen, aber auch jetzt verließ kein Ton seine Lippen.
Wieder verging ein scheinbar endloser Moment, dann öffnete Snape wie in Zeitlupe den Mund und ein Schrei voll unendlicher Qual entrang sich seiner Kehle. Er schrie und schrie und schien niemals mehr aufzuhören, als wären seine Lungen für alle Ewigkeit voller Luft.
„Ein vierfacher Cruciatus! Das kann kein Mensch ertragen oder überleben“, flüsterte Moody und Entsetzen klang aus seiner Stimme.
Lupin war blass, sagte aber kein Wort und Tonks Hände krallten sich voller Abscheu und Panik in seinen Arm.
Carol erhob sich wie ferngesteuert, hob den Arm und zeigte auf die grauenhafte Szene. „Macht dem ein Ende. Sofort!“, sagte sie fast tonlos.
Nur wenige Sekunden waren vergangen, doch schien die Szene sich wie Stunden hingezogen zu haben.
Drei Zauberstäbe wurden wie einer gezückt und sofort erschallte Expelliarmus und Stupor und in wenigen Momenten waren die überraschten Todesser entwaffnet, bewusstlos und lagen gefesselt am Boden.
Carol ging mit wenigen Schritten zu Snape, der am Boden lag. Er war verstummt, doch nichts wies darauf hin, dass er bei Bewusstsein war. Sein Körper bebte noch immer unkontrolliert und schien den Nachhall der Folterung zu erleben. Carol kniete neben ihm nieder, legte Zeigefinger und Mittelfinger der linken Hand auf seine Stirn. Die rechte Hand legte sie in der nun schon vertrauten Geste flach an die Seite seines Gesichtes und schloss die Augen. Eine Weile lag Totenstille über dem Rand der Lichtung, dann kam ein grauenerfülltes Stöhnen über ihre Lippen und sie sackte ein wenig zur Seite. Lupin wollte vorstürzen und ihr helfen, doch Tonks hielt ihn am Arm zurück. „Lass sie, sie wird wissen, was sie tut.“
Langsam verklang der Laut und Carol saß wieder ruhig neben Snape, dessen Körper nun endlich still dalag. Tränen sickerten aus ihren geschlossenen Augen, doch sie schien sie nicht zu bemerken.
Nach einer Weile ließ sie sein Gesicht los und sackte in sich zusammen. Lupin und Tonks stürzten auf sie zu und nahmen sie in die Arme.
„Was hast du getan, Carol?“, fragte Tonks mit zitternder Stimme.
Carol schien fast keine Kraft zu Sprechen zu haben, als sie leise sagte: „Ein wenig den Schmerz genommen und den Lebensfunken gestärkt. Die Kälte vertrieben und verhindert, dass er in der Dunkelheit versinkt.“ Sie schwieg.

Plötzlich erschallten Geräusche wie von einem Maschinengewehr. Es knallte in rasend schneller Folge und auf der Lichtung apparierten ungefähr 25 bis 30 Todesser.
„Verdammt! Es war eine Falle!“, zischte Moody.
Die Todesser zückten wie von einer unsichtbaren Choreographie des Grauens geleitet ihre Zauberstäbe und wandten sich der kleinen Gruppe zu. Rote und grüne Lichtblitze schossen aus den Spitzen der zahlreichen Stäbe und die Lichtung war erfüllt von gerufenen Flüchen und Zaubern beider Seiten. Remus, Tonks und Moody waren geübte Kämpfer, doch diese Übermacht war eindeutig zu viel.
Carol sprang auf und wie von neuer Energie erfüllt warf sie sich zwischen ihre Freunde und die auf sie zurasenden Lichter.
Sie riss die Arme hoch und dem überraschten Betrachter bot sich ein denkwürdiges Schauspiel. Goldene Fäden kamen aus ihren Fingern, zwischen ihren Händen flocht sich ein Netz aus strahlender Energie, das in rasender Geschwindigkeit wuchs, so dass eine mehrere Meter breite und hohe Wand zwischen den Todessern und ihren Opfern bildete. Das Netz flackerte auf, als die tödlichen Flüche es trafen. Doch es warf sie nicht zurück. Beim Auftreffen eines jeden Lichtblitzes passierte etwa Erstaunliches: Er teilte sich, folgte den Fasern des Netzes und bei jedem Knoten, auf den er traf, teilte er sich erneut. Solange, bis er so zerfasert und dünn war, dass er verschwand. Das Netz absorbierte auf diese Weise die gesamte destruktive Energie, die aus den Zauberstäben abgeschossen wurde.
Nach einer Weile begann das Netz zu wabern und löste sich von Carols Händen. Es schwebte langsam auf die Todesser zu und begann sie zu umschlingen. Einer nach dem Anderen sanken nach der Berührung des Netzes ohnmächtig zu Boden und als alle von ihnen außer Gefecht gesetzt waren, flackerte das Netz noch einmal kurz auf, dann verschwand es wie ein goldener Nebel, den ein Windhauch davon weht.
Carol ließ die Arme sinken, dann brach sie ohne einen Laut von sich zu geben zusammen.


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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lythanda« (02.12.2011, 19:54)


sorayanne

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04.12.2011, 13:17

Wow
so langsam frage ich mich, ob carol nicht doch irgendwie mit zauberern oder so verwandt ist. Es ist echt krass, was sie alles so kann.
Dass Ron und Hermine jetzt bei Harry sind finde ich schön. Ich hoffe, dass deine geschichte auch noch ein bisschen mehr auf sie eingeht. Was ich mich auch frage ist, ob lupin und tonks auch bei deiner geschichte zusammenkommen. Das wäre irgendwie schön. Obwohl lupin auch gut mit carol zusammenpassen würde. Es wäre aber auch irgendwie sehr cool wenn carol sich mit snape annähert :D ich bin gespannt, was du dir ausdenkst! :D
tut mir übrigens leid, dass ich kein kommentar zu deinem fünften kapitel geschrieben habe. Hab es irgendwie total verplant...:( Darum schreibe ich jetzt auch noch was dazu und ich habe fragen über fragen :D
da seine Eltern einen Auftrag für den Orden erledigen mussten


was das wohl für ein auftrag ist? hoffentlich passiert den beiden nichts, denn das wäre echt schade... ;(
Wie Carol mit Snape diskutiert, finde ich übrigens sehr cool :D hoffentlich gibt es noch mehr von solchen passagen....Aber ich finde es echt heftig, wie er sie am anfang anblufft...gar nicht gut....aber zum glück kann carol sich ja gut behaupten....

ich freue mich schon auf das nächste kapitel von dir,
lg sorayanne

Zitat

Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"


Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!

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Lythanda (07.12.2011)

kola

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20

06.12.2011, 12:03

Zitat

Es schwebte langsam auf die Todesser zu und begann sie zu umschlingen. Einer nach dem Anderen sanken nach der Berührung des Netzes ohnmächtig zu Boden und als alle von ihnen außer Gefecht gesetzt waren, flackerte das Netz noch einmal kurz auf, dann verschwand es wie ein goldener Nebel, den ein Windhauch davon weht.
Schau an, Carol hat ja doch so einiges in petto. Das dürfte ihre Kollegen von der Ordensfront etwas überrascht haben und die Todesser erst recht. Mit dieser kleinen Aktion hat sie sich Voldies Interesse garantiert gesichert. Bleibt die Frage, ob sie weiß, was das bedeutet?

Zitat

Der Todesser ganz rechts machte eine Geste, als wolle er Snape zum Schweigen bringen und lachte nochmals laut und bösartig auf.
Offenbar haben Snapes Todesserkumpels seine Tarnung durchschaut, womit klar sein dürfte, auf welcher Seite er steht. Das Attentat beendet damit wohl auch seine Tätigkeit als Spion und damit seinen bisherigen Lebenssinn. Oje, da wird er sich aber höchst unwohl fühlen und seine Laune wird dadurch auch nicht gerade besser werden. Falls er überlebt.

Snape auf dem Selbstzerstörungstrip bzw. auf der Flucht vor sich selbst ist eine interessante Auslegungsweise seines Verhaltens in den Büchern (Ich kann mir auch vorstellen, dass diese Interpretation zu der Zeit, als die Geschichte entstand, nicht bei allen beliebt war ;) ). Auf jeden Fall benimmt er sich so, wie man es von ihm erwartet und es dürfte ihm so gar nicht in den Kram passen, dass Carol ihn dermaßen schnell durchschaut, was ihn natürlich noch ruppiger werden lässt. Und dann argumentiert sie ihn auch noch an die Wand... die Frau lebt gefährlich *lach*

Zitat

„ein Zivilist bei einem konspirativen Treffen ... Soweit kommt’s noch."
*lol* Immerhin erspart Moody sich den Begriff „Muggel“, der passt zu Carol ja auch nicht wirklich, wie es den Anschein hat.
Jungchen. Ich bin Captain Jack Sparrow. Klar soweit?



26. August 2005
The madness within makes me take a short break... sometimes.

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