Buchkritik zu "Saphirblau"
von Clari am 23.01.2011Artikel
Pro/Contra
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Kurzinfo:"Saphirblau“ ist der zweite Teil von Kerstin Giers beliebter Edelsteintrilogie. Diese begann mit "Rubinrot“, nach "Saphirblau“ folgte "Smaragdgrün“.
Inhalt:
Gwendolyn Shepherd ist 16 Jahre alt und geht des Öfteren mal im Londoner Stadtteil Temple zum elapsieren in den Keller eines uralten Gebäudes. Ela-was? Gwendolyn ist kein normales Mädchen: sie ist eine von zwölf Zeitreisenden und führt durch das Elapsieren einen kontrollierten Zeitsprung in die Vergangenheit durch, um dort zum Beispiel im Jahr 1948 ihre Hausaufgaben zu machen. Doch sie hat auch eine Mission zu erfüllen: mit Gideon de Villiers, dem anderen Zeitreisenden aus ihrer Zeit, muss sie ins 18. Jahrhundert reisen und dort den geheimnisvollen Graf von Saint Germain treffen. Auch müssen sie wieder in Ordnung bringen, was ihre Cousine Lucy und deren Freund und ebenfalls Zeitreisender Paul de Villiers vor 16 Jahren verbockt haben. Dass Gideon für Gwendolyn mehr als nur der „andere Zeitreisende“ ist, erleichtert die Sache nicht gerade…
Kritik:
Nachdem "Rubinrot“ mit einem Kuss zwischen Gideon und Gwendolyn endete, wollte man natürlich unbedingt wissen, wie es weiter geht. Doch als "Saphirblau“ dort anfängt, wo "Rubinrot“ aufhört, werden die beiden Zeitreisenden erst einmal von einem kleinen Wasserspeier namens Xemerius gestört. Viel mehr Gwen wird von ihm gestört, Gideon kann ihn nämlich gar nicht sehen, da er nur der Geist eines Wasserspeiers ist. Xemerius lässt sich nicht abschütteln und bleibt bei Gwen, was auch gut so ist: er sorgt das ganze Buch durch für eine aufgelockerte Stimmung und mit seinen sarkastischen Kommentaren für viele Lacher. Legendär ist sein "Heuhaufen“ Vergleich, den er anwendet, wann immer er feststellt, dass ein gewisses Knistern in der Luft liegt – zu seiner Zeit ein Indiz dafür, dass die Pärchen im Heuhaufen verschwanden, um ein wenig rumzuknutschen.
Man könnte nun eigentlich denken, dass Gwen und Gideon glücklich miteinander sein könnten. Doch weit gefehlt: Gideon spielt heiß und kalt und Gwen weiß überhaupt nicht, woran sie ist. Als Gideon ihr dann doch eine Liebeserklärung macht, schwebt sie im siebten Himmel. Diese doch eher tollpatschig geratene Liebeserklärung ist sympathisch-süß und bringt den Leser zum Schmunzeln. Hach ja, Gideon ist schon ein Prachtkerl. Oder doch nicht?
Denn dann ist da ja noch der Graf von Saint Germain. Unheimlich, wie er schon im ersten Teil war, ist er Gwen immer noch nicht ganz geheuer. Und er hat die Fäden in der Hand, denn anscheinend hat er Gideon damit beauftragt, Gwen von ihm abhängig zu machen. War Gideons Zuneigung also nur gespielt?
Wenn man dem Epilog trauen darf nicht. Denn Gideon rettet Paul, der vor 16 Jahren mit Lucy den Chronografen geklaut hat, bei einer Begegnung in der Vergangenheit das Leben – und gibt zu, dass er Gwen liebt.
Damit endet "Saphirblau“ und ließ den Leser sehnsüchtig auf "Smaragdgrün“ warten, um endlich eine Auflösung zu vielen Fragen zu bekommen. Denn natürlich kann der charmante Gideon doch nicht ernsthaft so gemein gewesen sein… Oder war der Charme ein Teil der Gemeinheit? Und was ist nun mit Lucy und Paul? "Saphirblau“ ist ein fesselndes Buch und ein mehr als gelungener zweiter Teil einer Trilogie, der Lust macht auf mehr.