Buchkritik zu "Bartimäus - Der Ring des Salomo" von Jonathan Stroud
von Gabi am 16.12.2010Artikel
Pro/Contra
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Allgemeine Infos
2003 startete Jonathan Stroud mit „Das Amulett von Samarkand“ seine erste Trilogie um den Dschinn Bartimäus. Jeweils ein Jahr später erschienen Teil 2 „Das Auge des Golem“ und Teil 3 „Die Pforte des Magiers“. 2006 wurde ihm für den 3. Band der CORINE-Buchpreis in der Sparte „Jugendbuch“ bei einer TV-Gala in München verliehen.Artikel
HandlungNachdem Königin Balkis von Saba König Salomos Heirantsantrag zurückgewiesen hat, ließ dieser durch einen Boten ausrichten, sie solle fortan einen Tribut leisten und sich seinem Land unterwerfen. Anderenfalls drohe ihr und ihrem Reich die Vernichtung.
Daraufhin schickt Balkis ihre erste Wächterin, Asmira, heimlich zu Salomo, um ihn zu töten. Was jedoch nicht so einfach ist, da Salomo einen sehr mächtigen Ring trägt.
Mittendrin natürlich Bartimäus, der Dschinn aller Dschinn. Kaum ist er von dem einen Gebieter frei, wird er auch schon vom nächsten versklavt.
Kritik
Als begeisterter Fan von Bartimäus freute ich mich entsprechend auf das neue Buch. Meine Freude wurde auch nicht enttäuscht.
Obwohl die Geschichte eher etwas lahm ist, so machen Bartis freche Sprüche das Buch wieder lesenswert.
Seine Lobgesänge auf sich selbst, seine Prahlerei, sein triefender Sarkasmus und die immer wieder deutliche Abneigung und Verachtung gegen die Menschen machen den Erzählstil unvergesslich. Beschreibungen wie „Ich bin von Natur aus höflich und verhielt mich angemessen entgegenkommend. Eine Detonation nach links, ein Schüttelkrampf nach rechts. Es hagelte munter Mumienbrösel...“, „Ich schob die Untoten sanft beiseite bzw. pustete sie mittels Inferno quer durch den Saal.“ und „Ich stieß ihm kameradschaftlich die Hand zwischen die Rippen.“ ließen mich immer wieder herzhaft lachen.
Die einzelnen Kapitel sind wieder in verschiedene Erzählperspektiven aufgeteilt: Bartimäus, Asmira, Khaba, Salomo und Balkis, wobei Bartimäus und Asmira natürlich deutlich häufiger erzählen.
Leider konnte ich zu den meisten Protagonisten keine besondere Beziehung aufbauen. Asmira blieb mir die meiste Zeit eher unsympathisch und lediglich zum Ende hin konnte ich mich ein wenig für sie erwärmen. Bis dahin war sie eine verbohrte junge Frau, die treu und blind ihrer Königin diente, wie schon ihre Mutter es unter Einsatz ihres Lebens getan hatte.
Salomo dagegen fand ich schon etwas interessanter und er sorgte immerhin noch für eine Überraschung hinsichtlich seiner Person.
Khaba ist ein böser Zauberer und sehr mit Vorsicht zu genießen, denn er trachtet nach Macht und schreckt dabei vor nichts zurück.
Insgesamt fehlt der Geschichte die Tiefe.
Dafür sticht Barti mal wieder heraus. Er unterliegt den Befehlen eines alten Zauberers im Dienste Salomos und soll für diesen so manchen wertvollen Gegenstand beschaffen. Da Barti natürlich seine freche Zunge nicht hüten kann und fleißig beleidigende und schmutzige Lieder über Salomo singt (vorzugsweise als Nilpferd im Baströckchen - Bartis Vergleich mit einer von Salomos zahlreichen Ehefrauen) und nicht zuletzt der Tatsache wegen, dass er endlich einen Weg findet, seinen Zauberer abzumurksen und zu verschlingen, findet er sich bald unter dem Befehl von Khaba dem Grausamen wieder. Und mit dem hat es etwas auf sich, was Barti noch erkunden muss, denn es ist nicht so einfach, sich seines neuen Herrn zu entledigen.
Natürlich fehlen auch Bartis berühmte Fußnoten nicht. Bartimäus erklärt in ihnen einige Dinge näher, schweift dabei auch gerne mal weit ab und scheut sich nicht, den Leser in seiner charmanten Art zu beleidigen.
Das Cover ist ganz in der gewohnten Aufmachung und passt somit wunderbar zur Trilogie.
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensions-Exemplar.