Buchkritik zu: Böser Engel
von Aliesa am 25.05.2010Artikel
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Allgemeine Infos
Stuart ist ein ganz normaler Teenager, und zwar einer, der sich hin und wieder gerne ein bisschen selbst befriedigt.Macht doch jeder! Stuart ahnt nicht, dass er dadurch versehentlich einen Engel erzürnt, der das für eine Todsünde hält. Plötzlich schwebt der Junge in höchster Gefahr und sein einziger Verbündeter ist ein übellauniger Dämon...
Artikel
An dieses Buch habe ich keinen Gedanken verschwendet, bis ich die Leseprobe beim Droemer/Knauer-Verlag gelesen habe. Dann dachte ich mir: Liest du bei Gelegenheit mal. Und siehe da, gleich am nächsten Tag hatte ich es als Rezensionsexemplar im Briefkasten ;)Handlung
Stuart ist ein typischer Jugendlicher, mit Ausnahme der Tatsache, dass er schwul ist. Nunja, das sollte kein Problem sein, solange man vielleicht nicht gerade in einer konservativen, amerikanischen Kleinstadt wohnt. Aber auch damit kommt Stuart mit Hilfe von ein wenig Sarkasmus gut klar. Sollen die Leute doch denken, was sie wollen, er weiß es schließlich besser.
Dank seinem Hobby, den heimlichen Treffen mit dem Dämon Fon Pyre, weiß Stuart sogar einiges besser, als die meisten seiner Mitmenschen. Regelmäßig befragt Stuart den Dämon zu den großen und kleinen Fragen der Welt, so z. B. ob Masturbation verboten ist, ob Gott Schwule hasst und ob man wirklich für jede Sünde in die Hölle kommt. Alles Quatsch, wie ihm der Dämon versichert...
Doch dann ändert sich Stuarts Leben schlagartig. Er wird eines Morgens von seinem Bruder beim Masturbieren unter Dusche erwischt und ab diesem Moment ist nichts mehr wie es war. Auf einmal scheint sich die ganze Stadt gegen Selbstbeflecker zu verschwören. Eltern setzen ihre Kinder vor die Tür, weil sie mit ihnen nicht mehr unter einem Dach leben wollen, allen voran Stuarts eigene Mutter.
Doch was geschieht in der beschaulichen Kleinstadt? Warum ist alles plötzlich so anders? Antworten auf seine Fragen findet Stuart zusammen mit seinen Freunden Chester und dem Pfarrer ausgerechnet bei dem Dämon Fon Pyre: Ein gefallener Engel treibt sein Unwesen in der Stadt und will die Sünde den Onan ohne Rücksicht auf Verluste ausmerzen. Doch wie besiegt man nun einen Engel?
Kritik
Die Tatsache, dass ich das Buch an nur einem Nachmittag komplett gelesen habe, spricht Bände: Man mag es einfach nicht aus der Hand legen. Timothy Carter versteht versteht es, die Spannung über die knapp 300 Seiten hinweg zu halten. Auf jeder Seite passiert etwas neues und man findet einfach kein Ende.... bis zum tatsächlichen Ende.
Die Idee mit den gefallen Engeln, insbesondere ihr Vorgehen und die dazu gehörige Hetzjagd ist keine neue. Schon in "Meridian" haben wir in etwa die gleiche Konstellation, wenngleich nicht ganz so brutal wie in "Böser Engel". Und das ist auch der Knackpunkt. "Böser Engel" ist an sich kein Mädchenbuch, wenn man es so nennen will. Mit unter muss man mit einer derben Wortwahl und unschönen Wahrheiten leben; was mir wiederum sehr gut gefallen hat.
Das Buch sprüht nur so vor Sarkasmus und tatsächlich ertappt man sich bisweilen heimlich selbst beim Grinsen. Gläubige Christen hingegen dürften nicht viel zu lachen haben; aber man darf eben nicht jedes Wort auf die Goldwage legen.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und ich schätze, ich werde es sogar noch das ein oder andere Mal in die Hand nehmen. Nur, um nochmal kurz zu lächeln ;)
Vielen Dank an Droemer/Knaur für das Rezensionsexemplar!