Buchkritik zu der "Stravaganza"-Reihe
von Kassio am 14.09.2010Allgemeine Infos
2003 veröffentlichte die britische Kinder – und Jugendbuchautorin Mary Hoffman das erste Buch der „Stravaganza“-Reihe. Wer die Bücher kennt, bemerkt sofort, dass sie Autroin eine begeisterte Italien-Liebhaberin ist und sich von der großen Liebe zu dem Land und seiner Kultur auch die Grundsteine für ihre Bücher legte. 2008 erschien das vierte Buch der Reihe, doch ein Ende ist bisher noch nicht in Sicht. Im März 2010 erschien das fünfte Buch der Reihe, doch bisher nur auf englisch. Wir haben die Reihe mal genauer unter die Lupe genommen, sie bewertet und die einzelnen Bücher miteinander verglichen.Artikel
Inhalt
Alle Bücher der „Stravaganza“-Reihe spielen in der realen Welt in England, aber auch in einem Paralleluniversum, im dortigen Talia des 16. Jahrhunderts, welches Italien sehr ähnelt. Die Stravaganza ist eine Art Zeit - und Raumreise, die sogenannte Stravaganten unternehmen. Sie reisen mit ihrem einzigartigen Talisman aus ihrer Welt in unsere oder andersherum.
„Stravaganza- Die Stadt der Masken“ ist das erste Buch der Reihe und dreht sich um den todkranken Lucien, der zunächst versehentlich mit Hilfe eines alten Notizbuches nach Talia reist. Er reist in die Stadt Bellezza, die Venedig ähnelt, und erfährt dort alles über die Stravaganza. Er wird zu einem „Wanderer zwischen den Welten“.
Bald schon gerät er zwischen die politischen Fronten, denn der machtgierige Botschafter Chimici möchte der Selbstständigkeit Bellezzas ein Ende machen und schreckt selbst vor Mordanschlägen auf die Herzogin nicht zurück.
In den darauffolgenden Bücher „Stadt der Sterne“, „Stadt der Blumen“ und „Stadt der Geheimnisse“, erlangen weitere Jugendliche aus England Talismane und werden ebenfalls zu Stravaganten. Obwohl sie jeweils in anderen Städten in Talia landen, werden ihre Schicksale unweigerlich miteinander verknüpft. Sie müssen viele Aufgaben und Prüfungen bestehen, gegen die mächtige und ebenso gefährliche Familie di Chimici bestehen und zeigen, dass ihre Freundschaft und ihre Talente das Böse überwinden können.
Kritik
Nachdem ich, als ich 11 war „Stravaganza- Die Stadt der Masken“ gelesen habe, habe ich mich diesen Monat wieder von den Büchern begeistern lassen. Die Bücher sind alle von der Länge und dem Schreib – und Sprachstil einfach und entspannt zu lesen. Besonders die detaillierten Beschreibungen der entsprechenden Städte, Bräuche Kulturen haben es mir angetan. Man findet sich als Leser sehr schnell in den neuen Umgebungen ein und genießt die angenehme Atmosphäre die geschaffen wurde.
Jedes einzelne Buch hat seine eigenen Stärken und ganz individuelle Helden und Anreize. Nicht nur die Städte sind so verschieden voneinander, auch die Charaktere die jeweils in den Büchern vorgestellt werden, unterscheiden sich wie es anders nicht möglich wäre. Es war unglaublich erfrischend, so viele individuelle Charaktere kennenzulernen, die das Geschehen durch ihre Art und ihre Eigenschaften spannend machen. Vor allem da auch hier die Grenzen zwischen Gut und Böse teilweise verwischen.
Ein Nachteil war allerdings, dass ich mich zu Anfang jedes Buches erst ein bisschen einlesen musste, mich ein bisschen zum weiterlesen zwingen musste, weil man noch so an dem Charakter und den Abenteuer des vorherigen Buches hängt. Diese Umstellung ist mir zu anfangs bei jedem Buch schwer gefallen, doch ca. nach den ersten 50 Seiten verflüchtigt sich dieses Gefühl und man taucht vollständig in das neue Buch ab.
Die Mischung von Realität, dem heutigen England und der Parallelwelt, und dem Talia des 16. Jahrhunderts ist wirklich gut gelungen, ich habe beide Perspektiven sehr gerne gelesen. Auch die paar Seiten aus der Sicht eines der di Chimici Familenmitgliedes haben die Spannung angekurbelt.
Das alle Bücher ein eigenes Thema, wie z.B. Masken, Bücher, Pferde oder Düfte haben ist interessant und gibt jedem Buch eine ganz eigene Note, gleichzeitig verstärken sie den roten Faden der sich durch alle Bücher zieht.
Was man am Inhalt der Bücher noch kritisieren könnte ist, dass alles sehr glückselig wirkt und die meisten Situationen, die gefährlich verlaufen in einem Happy-End verlaufen. Ich hätte mir an mancher Stelle noch etwas mehr Verzweiflung und vielleicht noch härtere Pürfungen gewünscht. Aber wer weiß schon was das fünfte Buch "Stadt der Schiffe" bereithält?
Mir persönlich hat das erste Buch „Stadt der Masken“ am besten gefallen. Obwohl die anderen Bücher dem ersten eigentlich in nichts nachstehen, hat mich das erste Buch am meisten überzeugt. Die Charaktere sind abwechslungsreich, die Handlung ist logisch und die Spannung steigt stetig und vor allem das Ende ist nicht unbedingt das was man erwartet.