Kinokritik zu "Inception"
von Emmily Green am 16.08.2010Artikel
Pro/Contra
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Nach "The Dark Knight" stehen die Erwartungen an Christopher Nolans neuen Film sehr hoch. Monatelang wurde aus der Handlung von "Inception" ein Geheimnis gemacht, die Neugierde der Fans immer weiter geweckt.
Seit dem 29. Juli ist der Film des englischen Visionärs, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb und als Produzent fungierte, in deutschen Kinos zu sehen
Die Handlung
Dominic Cobb ist ein Meisterdieb, er stiehlt wertvolle Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins, wenn der Verstand am verwundbarsten ist - während seine Opfer träumen. Dank seiner seltenen Begabung ist Cobb in der heimtückischen, neuen Welt der Industriespionage heiß begehrt. Doch diese Existenz hat auch ihre Schattenseiten: er wird auf der ganzen Welt gesucht und hat alles verloren, was er liebte.
Eines Tages bietet sich ihm die Chance zur Rettung: Ein letzter Auftrag könnte ihm sein altes Leben zurück geben, aber nur, wenn ihm das absolut Unmögliche gelingt: die so genannte "Inception". Sein Auftrag lautet nicht, eine Idee zu stehlen, sondern eine einzupflanzen. Sollte ihm das gelingen, wäre es das perfekte Verbrechen … und Dom Cobb findet das perfekte Team dafür.
Doch kein noch so ausgetüftelter Plan oder geballtes Fachwissen bereitet das Team auf den brandgefährlichen Feind vor, der jeden ihrer Schritte vorauszuahnen scheint. Ein Gegner, der Cobb aus seiner Vergangenheit verfolgt und nicht ruht, ehe er das von Cobb bekommt, was er will.
Die Kritik
Warum schauen wir Filme, lesen Bücher, lassen uns Geschichten erzählen? Die Antwort ist, um der Realität zu entfliehen.
Weil es manchmal einfach zu schön ist, in einen Traum zu gleiten.
Ich bin mit sehr hohen Erwartungen in den Film gegangen. Ich hatte vorher zwar bewusst vermieden, mir die genaue Handlung durchzulesen und mehr als einen Blick auf eine Kritik zu werfen, doch das, was ich von dem Film mitbekommen hatte, war sehr vielversprechend.
Es gibt Filme, bei denen man gleich ab der ersten Kameraeinstellung weiß, ob sie gut oder schlecht sind.
Bei Nolans Film wird man durch einen Zoom auf die schlagenden Wellen in die Geschichte gesogen. Eine sehr verwirrende Geschichte, jedenfalls zu Anfang.
Doch genau dieser Plot, diese Idee, aus der Nolan einen zweieinhalbstündigen Film gewoben hat, zwingt einen, aufmerksam zuzuschauen.
Der Zuschauer wird verwirrt, oft weiß er nicht, was Realität, was Wirklichkeit ist. Der Zuschauer stellt sich Fragen. Der Zuschauer ist gebannt.
Wie die Wellen trägt einen eine Szene zur nächsten, langsam baut sich eine Geschichte auf, nur um dann urplötzlich zu brechen. Man befindet sich im Traum. Im Traum im Traum. Ist das nicht die Realität? …
Alles fügt sich nahtlos ineinander, wird jedoch nie ganz offensichtlich. Es gab kaum eine Szene, die man so erahnt hätte, die Surrealität eines Traumes wird auch im Film gut übermittelt und selbst das Ende ist nicht gezwungenermaßen Hollywoodmäßig sondern passt in den Film.
Ohne Frage ist Dominic Cobb als Protagonist der komplexeste, allerdings leidet seine Rolle etwas unter dem gewohnten Schema, dem sie folgt: ein Mann, der alles verloren hat, von Schuldgefühlen verfolgt und in den Wahnsinn getrieben, bekommt die Chance, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Leonardo DiCaprio überzeugt in seiner Rolle und unterstützt den Film, glänzt aber nicht durch eine Leistung wie beispielsweise in "Aviator".
Am interessantesten ist der Charakter von Cobbs Frau Mal, die die wunderbare Marion Cotillard spielt, dessen Geheimnis man erst am Ende des Films auf die Spur kommt.
Ellen Page spielt eine erwachsene, relativ ernsthafte Rolle und kann so "Juno"-Fans postiv überraschen.
Auch die anderen Schauspieler, zum Teil alte Bekannte aus "Batman"-Filmen, deren Zusammenarbeit etwas von "Oceans Eleven" hat, spielen gut; doch der Film wird nicht durch die Schauspielerische Leistung getragen.
Ebenso wenig wird der Fokus auf die Effekte und die Action gestellt, wobei diese auch toll sind. Vor allem in der Traumwelt begegnet einem oft die Computergrafik so realitätsgetreu, dass sie nicht auffällt, alle Effekte sind wirklich gut gemacht.
Actionszenen, die an "Matrix" und "James Bond" erinnern, sind kaum zu stark aufgetragen, erst gegen Ende des Films versuchen sie, die eigentliche Story zu überschatten.
Auf den Zuschauer wirkt jedoch vor allem die Handlung; die Fragen, die aufkommen und die auch nach oder grade aufgrund des Filmendes im Kopf hängen bleiben. Mit dabei die Musik, die zwar nach Hans Zimmers Gewohnheit recht monumental ist, aber düster und nachdenklich.
Fazit
"Inception" ist der erste Film seit langem, der durch seine intelligente und visionäre, kritische Handlung lebt.
Gut platzierte Actionszenen unterstützen mit gekonnten Effekten und überzeugender schauspielerischer Leistung das Gesamtbild.
Der neue Film von Christopher Nolan beweist, dass der Mann nicht nur ein guter Regisseur, sondern auch ein Mensch voller Ideen, ein genialer Drehbuchautor ist.
"Inception" ist nicht nur ein Film zum Erleben, sondern auch ein Film zum Nachdenken, der einen in das Land der Träume entführt, nur um einen darauf die harte Realität erleben zu lassen.
Weil es manchmal einfach zu schön ist, einen Traum zu träumen.
Seit dem 29. Juli ist der Film des englischen Visionärs, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb und als Produzent fungierte, in deutschen Kinos zu sehen
Die Handlung
Dominic Cobb ist ein Meisterdieb, er stiehlt wertvolle Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins, wenn der Verstand am verwundbarsten ist - während seine Opfer träumen. Dank seiner seltenen Begabung ist Cobb in der heimtückischen, neuen Welt der Industriespionage heiß begehrt. Doch diese Existenz hat auch ihre Schattenseiten: er wird auf der ganzen Welt gesucht und hat alles verloren, was er liebte.
Eines Tages bietet sich ihm die Chance zur Rettung: Ein letzter Auftrag könnte ihm sein altes Leben zurück geben, aber nur, wenn ihm das absolut Unmögliche gelingt: die so genannte "Inception". Sein Auftrag lautet nicht, eine Idee zu stehlen, sondern eine einzupflanzen. Sollte ihm das gelingen, wäre es das perfekte Verbrechen … und Dom Cobb findet das perfekte Team dafür.
Doch kein noch so ausgetüftelter Plan oder geballtes Fachwissen bereitet das Team auf den brandgefährlichen Feind vor, der jeden ihrer Schritte vorauszuahnen scheint. Ein Gegner, der Cobb aus seiner Vergangenheit verfolgt und nicht ruht, ehe er das von Cobb bekommt, was er will.
Die Kritik
Warum schauen wir Filme, lesen Bücher, lassen uns Geschichten erzählen? Die Antwort ist, um der Realität zu entfliehen.
Weil es manchmal einfach zu schön ist, in einen Traum zu gleiten.
Ich bin mit sehr hohen Erwartungen in den Film gegangen. Ich hatte vorher zwar bewusst vermieden, mir die genaue Handlung durchzulesen und mehr als einen Blick auf eine Kritik zu werfen, doch das, was ich von dem Film mitbekommen hatte, war sehr vielversprechend.
Es gibt Filme, bei denen man gleich ab der ersten Kameraeinstellung weiß, ob sie gut oder schlecht sind.
Bei Nolans Film wird man durch einen Zoom auf die schlagenden Wellen in die Geschichte gesogen. Eine sehr verwirrende Geschichte, jedenfalls zu Anfang.
Doch genau dieser Plot, diese Idee, aus der Nolan einen zweieinhalbstündigen Film gewoben hat, zwingt einen, aufmerksam zuzuschauen.
Der Zuschauer wird verwirrt, oft weiß er nicht, was Realität, was Wirklichkeit ist. Der Zuschauer stellt sich Fragen. Der Zuschauer ist gebannt.
Wie die Wellen trägt einen eine Szene zur nächsten, langsam baut sich eine Geschichte auf, nur um dann urplötzlich zu brechen. Man befindet sich im Traum. Im Traum im Traum. Ist das nicht die Realität? …
Alles fügt sich nahtlos ineinander, wird jedoch nie ganz offensichtlich. Es gab kaum eine Szene, die man so erahnt hätte, die Surrealität eines Traumes wird auch im Film gut übermittelt und selbst das Ende ist nicht gezwungenermaßen Hollywoodmäßig sondern passt in den Film.
Ohne Frage ist Dominic Cobb als Protagonist der komplexeste, allerdings leidet seine Rolle etwas unter dem gewohnten Schema, dem sie folgt: ein Mann, der alles verloren hat, von Schuldgefühlen verfolgt und in den Wahnsinn getrieben, bekommt die Chance, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Leonardo DiCaprio überzeugt in seiner Rolle und unterstützt den Film, glänzt aber nicht durch eine Leistung wie beispielsweise in "Aviator".
Am interessantesten ist der Charakter von Cobbs Frau Mal, die die wunderbare Marion Cotillard spielt, dessen Geheimnis man erst am Ende des Films auf die Spur kommt.
Ellen Page spielt eine erwachsene, relativ ernsthafte Rolle und kann so "Juno"-Fans postiv überraschen.
Auch die anderen Schauspieler, zum Teil alte Bekannte aus "Batman"-Filmen, deren Zusammenarbeit etwas von "Oceans Eleven" hat, spielen gut; doch der Film wird nicht durch die Schauspielerische Leistung getragen.
Ebenso wenig wird der Fokus auf die Effekte und die Action gestellt, wobei diese auch toll sind. Vor allem in der Traumwelt begegnet einem oft die Computergrafik so realitätsgetreu, dass sie nicht auffällt, alle Effekte sind wirklich gut gemacht.
Actionszenen, die an "Matrix" und "James Bond" erinnern, sind kaum zu stark aufgetragen, erst gegen Ende des Films versuchen sie, die eigentliche Story zu überschatten.
Auf den Zuschauer wirkt jedoch vor allem die Handlung; die Fragen, die aufkommen und die auch nach oder grade aufgrund des Filmendes im Kopf hängen bleiben. Mit dabei die Musik, die zwar nach Hans Zimmers Gewohnheit recht monumental ist, aber düster und nachdenklich.
Fazit
"Inception" ist der erste Film seit langem, der durch seine intelligente und visionäre, kritische Handlung lebt.
Gut platzierte Actionszenen unterstützen mit gekonnten Effekten und überzeugender schauspielerischer Leistung das Gesamtbild.
Der neue Film von Christopher Nolan beweist, dass der Mann nicht nur ein guter Regisseur, sondern auch ein Mensch voller Ideen, ein genialer Drehbuchautor ist.
"Inception" ist nicht nur ein Film zum Erleben, sondern auch ein Film zum Nachdenken, der einen in das Land der Träume entführt, nur um einen darauf die harte Realität erleben zu lassen.
Weil es manchmal einfach zu schön ist, einen Traum zu träumen.