Rezension: "Das Land der verlorenen Träume"

von Aliesa am 19.02.2012
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Allgemeine Infos

Caragh O’Brien wuchs in Minnesota auf und studierte Literatur und Kreatives Schreiben. Nach dem Studium begann sie als Highschool-Lehrerin zu arbeiten und entdeckte nebenbei die Freude am Schreiben. »Die Stadt der verschwundenen Kinder« ist ihr erstes Jugendbuch und hat in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien viel Aufsehen erregt. Caragh O’Brien ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie und zwei Wüstenrennmäusen in Connecticut.

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Kurzbeschreibung



Sei stark und mutig, Gaia!

Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche.

Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …

Rezension


 
Am Ende des ersten Teils muss Gaia fliehen und sie ist allein, denn Leon wurde verhaftet. Mit ihrer Schwester auf den Armen macht sie sich auf den Weg durch die Wüste zu dem Ort, an den ihre Großmutter einst floh. Auf ihrer beschwerlichen Reise bricht sie zusammen und es ist fraglich, ob sie je dort ankommen wird – bis ein Reiter sie aufsammelt und in Sicherheit bringt.
 
Doch nichts an diesem Ort ist so, wie Gaia es sich vorgestellt hat. Man nimmt ihr ihre Schwester weg und zwingt sie, sich an merkwürdige Gesetze zu halten. Das Dorf droht auszusterben, weil die Frauen dort in der Unterzahl sind. Gaia erscheint ihnen als Hoffnung, da sie als Hebamme zumindest dafür sorgen kann, dass weniger von den ohnehin wenigen Kinder sterben – noch dazu ist sie selbst eine Frau. Doch Gaia hat alle Mühe, sich an die Regeln zu halten und beginnt, die Grenzen zu durchbrechen…
 
Gaia ist nach wie vor eine Kämpferin, die versucht, ihren Kopf durchzusetzen. Schon nach kurzer Zeit beginnt sie zu verstehen, dass die Matrarc und der Rat nicht vorsätzlich falsch handeln, sonder, Veränderungen durch pure Unwissenheit einfach negativ gegenüber stehen und diese somit verhindern wollen. Gaia handelt nachvollziehbar, wenngleich ich mir in manchen Situationen gewünscht hätte, dass sie vorher nachdenkt.
 
Am Ende des ersten Teils ist Leon erst mal weg – und auch im zweiten taucht er lange nicht auf. Ich hatte schon fast die Befürchtung, dass er gar nicht mehr wieder kommen würde. Immerhin gibt es da ja auch noch Peter und Will, die beide um Gaia buhlen – und doch bleibt Leon das, für was er im ersten Band angepriesen wurde. Besonders gut gefällt mir seine Haltung, als er endlich auftaucht – kühl und distanziert, aber dennoch geheimnisvoll.
 
Das Buch ist noch großartiger als der erste Teil – sonst hätte ich es nicht in einem Zug weglesen können. Die geschichte wird tiefer und es tun sich neue Zusammenhänge auf, die auf ein großartiges Finale im dritten und letzten Teil hindeuten.
 
Caragh O’Brien hat mit den Flüchtlingen und ihrem Dorf eine Gesellschaft kreiert, die unter den gegebenen Umständen nachvollziehbar, wenn auch nicht richtig, handelt. Die ganzen genetischen Zusammenhänge sind zudem auch gut erklärt, sodass selbst Laien sie verstehen können.
 
Ein Wehmutstropfen bleibt dennoch – wie in so vielen Jugendbüchern nimmt die Liebesgeschichte natürlich einen großen Teil ein, was vollkommen in Ordnung ist. Allerdings ist es schade, dass auch Gaia scheinbar ein unentschlossenes Mädchen ist, das nicht weiß, für welchen Jungen sie sich entscheiden soll. Die Tatsache, dass hier gleich 3 Männer um sie buhlen macht das ganze unüberschaubar und unnötig kompliziert – zumal sie ja tatsächlich von Anfang an weiß, wen sie will.
Bewertung unserer Redaktion
Gesamtwertung:
10 von 10 Punkten

Schreibstil:
5 von 5 Sternen!
Handlung:
5 von 5 Sternen!
Charaktere:
5 von 5 Sternen!
Unsere Redaktion meint
"Volle Punktzahl für eine fantastische Fortsetzung!"
Buch-Hintergrundwissen

Das Land der verlorenen Träume

  • Termin: 20.02.2012
  • Genre: Science-Fiction
  • Autor/in: Caragh M. OBrien
  • Verlag: Heyne Verlag

Weitere Informationen zum Buch


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