Rezension: "Manche Mädchen müssen sterben"

von Aliesa am 10.02.2012
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Kurzbeschreibung


Tote Mädchen hört man nicht!

Ihr 18. Geburtstag sollte der Anfang von etwas Neuem sein. Doch er war das Ende von allem…

Nach einer durchfeierten Nacht auf der Jacht ihrer Eltern wird Liz Valchar von einem merkwürdigen Geräusch geweckt. Irgendetwas schlägt beständig gegen die äußere Bootshülle. Liz entdeckt eine Gestalt im Wasser ... und erkennt voller Entsetzen, dass sie auf ihren eigenen leblosen Körper hinabblickt. Und obwohl Liz nun tot ist, ist sie immer noch da – auch wenn niemand sie mehr sehen kann. Während die junge Frau zu verstehen versucht, warum sie sterben musste, wird ihr allmählich klar, dass ihr ganzes Leben eine Lüge war. All jene, die sie geliebt hat, verbargen dunkle Geheimnisse vor ihr. Doch auch Liz selbst war nicht so perfekt, wie sie stets glauben wollte. Und längst nicht so unschuldig …
 

Rezension


In erster Linie besticht das Buch durch einen fesselnden Titel und eine tolle Covergestaltung – man kann an diesem Buch nicht einfach so vorbeigehen, ohne wenigstens den Klappentext gelesen zu haben. Und auch dieser verspricht eine Menge – wirklich einhalten kann das Buch die ganzen Versprechungen aber nicht.
 
Liz Valchar hat alles, was man sich als Teenager nur wünschen kann: Eine funktionierende Beziehung, viele Freunde, eine tolle Familie, genügend Geld, um sich alle ihre Wünsche erfüllen zu können. Sie ist in ihrem Sport erfolgreich und was noch wichtiger ist – sie ist beliebt. Denn nur beliebte Kids bringen es zu etwas im Leben.
 
Ihr 18. Geburtstag soll etwas Besonderes werden. Sie feiert gemeinsam mit ihren Freund auf dem Bot, dass nach ihrer Mutter benannt ist. Aber irgendetwas stimmt nicht. Mitten in der Nacht wird sie von einem Geräusch geweckt, dass sie zwingt, nach draußen zu gehen um nachzuschauen. Sie kann es nicht glauben, als sie ihre eigene Leiche im Wasser treiben sieht, bis Alex, der ebenfalls tot ist, an ihrer Seite auftaucht. Gemeinsam mit ihm begibt sich Liz auf eine Reise, bei der sie gezwungen wird, ihr Leben kritisch zu betrachten.
 
Liz ist oberflächlich, jede Kritik prallt an ihr ab. Das macht sie nicht gerade zu einer sympathischen Protagonistin. Hinzu kommt, dass sie lange Zeit unwillig ist, ihre eigenen Fehler einzusehen und dazu zu lernen. Es kümmert sie kaum, dass sie nach ihrem Tod gezwungen ist, gemeinsam mit Alex die Hintergründe erforschen zu müssen – sie empfindet ihn vielmehr als störend, ohne nach dem eigentlichen Sinn zu suchen.
 
Und auch Alex macht die Geschichte nicht wirklich besser. Er soll scheinbar durch seine bissigen, oft sarkastischen Kommentare die Situation auflockern, aber stattdessen trägt er lediglich dazu bei, dass man Liz noch weniger ausstehen kann. Hinzu kommt, dass durch ihn für den Leser relativ schnell klar wird, worauf die Geschichte hinausläuft – dabei sollte man doch eigentlich genau im Dunkeln tappen wie Liz selbst.
 
Liz familiäres Umfeld ist äußert fragwürdig: Nachdem ihre Mutter starb, kam ihr Vater relativ schnell mit Nicole, seiner High-School-Freundin, zusammen und hat sie geheiratet. Sie und ihre Tochter wurden für Liz zu Mutter und Schwester – dabei spekulierte die ganze Stadt ohnehin, dass Nicoles Tochter tatsächlich Liz‘ Halbschwester ist.
 
Abgerundet wird die ganze Geschichte durch Liz‘ Freund, Richie, der neben der Schule einen florierenden Nebenverdienst als Drogendealer unterhält. Auch er macht sich nicht sonderlich sympathisch, bandelt er doch kurz nach Liz‘ Beerdigung mit ihrer Schwester an.
 
Alles in allem sind die Charaktere in diesem Buch trotz den komplizierten Zusammenhängen oberflächlich und einfach gestrickt – hinzukommt, dass nicht einer wirkliche Empathie beim Leser auslöst.
 
Der lockere und einfache Schreibstil lässt einen das Buch aber gut lesen – man kommt schnell voran und muss sich nicht an unnötigen Kleinigkeiten aufhalten.
 
Ziel der Geschichte ist, dass Liz sich dem stellen muss, was sie versucht hat zu verdrängen. Dadurch, dass sie sowohl kontrolliert als auch unkontrolliert zu Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit reisen kann, kommt man als Leser schnell dahinter, dass Liz kein sonderlich guter Mensch war. Aber auch sie selbst findet nach und nach heraus, was sie verbrochen hat.
 
Generell sind solche Geschichten sehr empfehlenswert – wer in dieser Richtung allerdings schon ein bisschen was gelesen hat, wird von „Manche Mädchen müssen sterben“ gegebenenfalls enttäuscht sein. Für mich war das Buch leider zu vorhersehbar und auch das Ende konnte nicht unbedingt durch Reue und Verständnis überzeugen. Dafür hat Liz trotz allem zu wenig Einsicht gezeigt.
Bewertung unserer Redaktion
Gesamtwertung:
6 von 10 Punkten

Schreibstil:
3 von 5 Sternen!
Charaktere:
2 von 5 Sternen!
Handlung:
4 von 5 Sternen!
Unsere Redaktion meint
"Leicht zu lesen – aber nichts für hohe Ansprüche."
Buch-Hintergrundwissen

Manche Mädchen müssen sterben

  • Termin: 08.01.2012
  • Genre: Fantasy
  • Autor/in: Jessica Warman
  • Verlag: Penhaligon

Weitere Informationen zum Buch


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