Buchkritik zu Nina Blazons "Schattenauge"
von Caro am 30.03.2010
Allgemeine Infos
"Sie tanzte direkt unter dem Stroboskop, im Lichtgewitter. Und wie sie tanzte! Selbstvergessen, mit geschlossenen Augen. Das war kein gutes Zeichen. Es konnte bedeuten, dass sie zwinkerte und sich plötzlich an einem anderem Tag wiederfand, an einem anderen Ort, mit anderer Musik. Mit einem Muskelkater im Kiefer und braunen Krusten unter den Fingernägeln."
Artikel
Inhalt:
Die 16-jährige Schülerin Zoe hat es wahrhaft nicht leicht. Ihr Freund geht mit ihrer besten Freundin fremd und auch zu Hause geht alles drunter und drüber. Andauernd muss sie für ihre überforderte Mutter auf ihren kleinen Bruder aufpassen. Das Gefühl auszubrechen wird immer größer und so wirft sie sich schließlich mitten ins Nachtleben, wo sie sich bis in die frühen Morgenstunden in Klubs herumtreibt und ihre Sorgen einfach wegtanzt.
Auf einem dieser Ausflüge lernt sie schließlich den geheimnisvollen Gil und dessen Freund Irves kennen. Auf einmal merkt sie, das sie sich verändert. Sie kann schneller laufen als alle Anderen und bekommt zu ihrer großen Verwirrung Appetit auf rohes Fleisch. Gil und Irves sind es schließlich, die ihr erklären, dass sie zu den Panthera, den Katzenmenschen, gehört."Jeder für sich, keiner für alle. Niemals töten wir Angehörige unserer Art." So lautet der Kodex der Panthera. Als in der Stadt auf einmal einige brutale Morde passieren, steht fest: Jemand hält sich nicht an den Kodex. Ist es vielleicht der leicht reizbare Rubio, der mehr über den Ursprung der Panthera zu wissen scheint, als er zugibt oder ist es gar einer von ihnen? Wenn sie ihrem Katzen-Schatten verfallen, bekommen sie nämlich einen Blackout. Fakt ist, der Mörder muss schnell aufgespürt werden, denn er ist mitten unter ihnen und keiner weiß, wer ihm als Nächstes zum Opfer fallen wird.
Kritik:
Wer denkt, Nina Blazon hätte nach Büchern wie "Totenbraut" und "Katharina" so viel Zeit in finsteren Geschichtsarchiven verbracht, dass es ihr nun nahezu unmöglich sei, das schnelllebige Großstadtambiente einzufangen, der irrt gewaltig. Tatsächlich ist die Geschichte vor allem sehr modern, die Jugendlichen stehen per SMS und Email in einem ständigem Kontakt miteinander und auch die Dialoge zeugen von Aktualität und spiegeln das Lebensgefühl heutiger Jugendlicher wider. Bemerkenswert ist auch, wie Blazon es mit ihrer fantasievollen Sprache gelingt, selbst einer schmutzigen Großstadt etwas Magisches abzugewinnen.
Für seine 477 Seiten ist das Buch mit sehr viel Inhalt und einer Menge Wendungen gefüllt. Die Handlung ist rasant, die Schauplätze wechseln ständig, weswegen man natürlich einerseits kritisieren könnte, dass dem Buch an Tiefe fehle, weil manche Dinge nicht allzu sehr ausgeführt werden, aber andererseits eben genau deswegen niemals Langeweile aufkommt, weil eine Szene etwa zu detailliert beschrieben wurde. Die Handlungsstränge sind dabei äußerst komplex und so verwoben, dass es sich auch zum mehrmaligen Lesen eignet. Natürlich gibt es in dem Buch auch eine Liebesgeschichte, die allerdings nicht im Vordergrund steht und auf eine angenehm unkitschige Art und Weise erzählt wird.
Die Idee mit den Katzenmenschen ist erfrischend neu und wirkt an keiner Stelle abwegig, sondern gut recherchiert, was dadurch zum Ausdruck gebracht wird, dass die Autorin immer wieder neue Mythen verschiedener Kulturen, die bereits mit Katzenmenschen konfrontiert wurden, in die Geschichte miteinbezogen hat, was alles noch viel realitätsnäher erscheinen lässt. Nahezu entspannend ist es auch, dass- zumindest abgesehen von Gil- keiner der Panthera das gesamte Buch über seine böse Existenz bejammert, wie man das von vielen modernen Vampir -oder Werwolfgeschichten nur allzu gut kennt. Durch Revierkämpfe und nicht zu letzt den finalen Showdown, kommen auch die Actionszenen nicht zu kurz, was den Schmöker definitiv auch für die männliche Leserschaft attraktiv macht.
Wer also Lust also hat, sich auf einen Roman mit Großstadt-Flair, einer actionreichen Mörderjagd und nicht allzu zahmen Katzenmenschen, einzulassen, der sollte unbedingt an der nächsten Buchhaltung Stopp machen und sich Nina Blazons neuen Mystery-Thriller zulegen.
Allgemeine Infos
"Sie tanzte direkt unter dem Stroboskop, im Lichtgewitter. Und wie sie tanzte! Selbstvergessen, mit geschlossenen Augen. Das war kein gutes Zeichen. Es konnte bedeuten, dass sie zwinkerte und sich plötzlich an einem anderem Tag wiederfand, an einem anderen Ort, mit anderer Musik. Mit einem Muskelkater im Kiefer und braunen Krusten unter den Fingernägeln."
Artikel
Inhalt:
Die 16-jährige Schülerin Zoe hat es wahrhaft nicht leicht. Ihr Freund geht mit ihrer besten Freundin fremd und auch zu Hause geht alles drunter und drüber. Andauernd muss sie für ihre überforderte Mutter auf ihren kleinen Bruder aufpassen. Das Gefühl auszubrechen wird immer größer und so wirft sie sich schließlich mitten ins Nachtleben, wo sie sich bis in die frühen Morgenstunden in Klubs herumtreibt und ihre Sorgen einfach wegtanzt.
Auf einem dieser Ausflüge lernt sie schließlich den geheimnisvollen Gil und dessen Freund Irves kennen. Auf einmal merkt sie, das sie sich verändert. Sie kann schneller laufen als alle Anderen und bekommt zu ihrer großen Verwirrung Appetit auf rohes Fleisch. Gil und Irves sind es schließlich, die ihr erklären, dass sie zu den Panthera, den Katzenmenschen, gehört."Jeder für sich, keiner für alle. Niemals töten wir Angehörige unserer Art." So lautet der Kodex der Panthera. Als in der Stadt auf einmal einige brutale Morde passieren, steht fest: Jemand hält sich nicht an den Kodex. Ist es vielleicht der leicht reizbare Rubio, der mehr über den Ursprung der Panthera zu wissen scheint, als er zugibt oder ist es gar einer von ihnen? Wenn sie ihrem Katzen-Schatten verfallen, bekommen sie nämlich einen Blackout. Fakt ist, der Mörder muss schnell aufgespürt werden, denn er ist mitten unter ihnen und keiner weiß, wer ihm als Nächstes zum Opfer fallen wird.
Kritik:
Wer denkt, Nina Blazon hätte nach Büchern wie "Totenbraut" und "Katharina" so viel Zeit in finsteren Geschichtsarchiven verbracht, dass es ihr nun nahezu unmöglich sei, das schnelllebige Großstadtambiente einzufangen, der irrt gewaltig. Tatsächlich ist die Geschichte vor allem sehr modern, die Jugendlichen stehen per SMS und Email in einem ständigem Kontakt miteinander und auch die Dialoge zeugen von Aktualität und spiegeln das Lebensgefühl heutiger Jugendlicher wider. Bemerkenswert ist auch, wie Blazon es mit ihrer fantasievollen Sprache gelingt, selbst einer schmutzigen Großstadt etwas Magisches abzugewinnen.
Für seine 477 Seiten ist das Buch mit sehr viel Inhalt und einer Menge Wendungen gefüllt. Die Handlung ist rasant, die Schauplätze wechseln ständig, weswegen man natürlich einerseits kritisieren könnte, dass dem Buch an Tiefe fehle, weil manche Dinge nicht allzu sehr ausgeführt werden, aber andererseits eben genau deswegen niemals Langeweile aufkommt, weil eine Szene etwa zu detailliert beschrieben wurde. Die Handlungsstränge sind dabei äußerst komplex und so verwoben, dass es sich auch zum mehrmaligen Lesen eignet. Natürlich gibt es in dem Buch auch eine Liebesgeschichte, die allerdings nicht im Vordergrund steht und auf eine angenehm unkitschige Art und Weise erzählt wird.
Die Idee mit den Katzenmenschen ist erfrischend neu und wirkt an keiner Stelle abwegig, sondern gut recherchiert, was dadurch zum Ausdruck gebracht wird, dass die Autorin immer wieder neue Mythen verschiedener Kulturen, die bereits mit Katzenmenschen konfrontiert wurden, in die Geschichte miteinbezogen hat, was alles noch viel realitätsnäher erscheinen lässt. Nahezu entspannend ist es auch, dass- zumindest abgesehen von Gil- keiner der Panthera das gesamte Buch über seine böse Existenz bejammert, wie man das von vielen modernen Vampir -oder Werwolfgeschichten nur allzu gut kennt. Durch Revierkämpfe und nicht zu letzt den finalen Showdown, kommen auch die Actionszenen nicht zu kurz, was den Schmöker definitiv auch für die männliche Leserschaft attraktiv macht.
Wer also Lust also hat, sich auf einen Roman mit Großstadt-Flair, einer actionreichen Mörderjagd und nicht allzu zahmen Katzenmenschen, einzulassen, der sollte unbedingt an der nächsten Buchhaltung Stopp machen und sich Nina Blazons neuen Mystery-Thriller zulegen.
Pro
-
mit seinen ganzen Metaphern und Vergleichen fantasievoller Schreibstil
-
die neue Tiermenschenart (Panthera)
Contra
-
viel Inhalt auf vergleichsweise wenig Seiten