"Rückkehr bei Nacht" - Unsere Buchkritik zu dem Vampirdrama
von Emmily Green am 25.06.2010Artikel
Pro/Contra
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Allgemeine Infos
Nachdem mit "Tagebuch eines Vampirs: Im Zwielicht" schon Jahre vor Bis(s) eine packende Liebesgeschichte zwischen Mensch und Vampir existierte, schaffte die Serie erst nach Stephenie Meyer den Durchbruch.Lisa J. Smith führte ihre Buchreihe sogar weiter und schafft es damit, in der großen Welle der Vampirbücher mitzuschwimmen.
Die ursprüngliche Trilogie um Elena wurde durch ein viertes Buch mit Bonnie als Hauptperson weitergeführt, eine weitere Trilogie ist nun in Deutschland durch "Rückkehr bei Nacht" in die Gänge geleitet wurden. Diese soll sich jedoch vornehmlich um Damon kümmern.
Artikel
Die Handlung
Erst Mensch, dann Halbvampir, Vampir, Geist und jetzt … engelhaftes menschliches Wesen? Elena hat schon viel durchgemacht und wird durch ein zweites Leben belohnt. Doch niemand außer ihren engsten Freunden, Bonnie, Meredith, Matt, Damon und natürlich Stefano darf davon erfahren … und irgendwie steckt die intrigante Caroline auch mit drin.
Die setzt Fell's Church einer höllischen Gefahr aus, gegen die sogar Damon machtlos ist. Der Kampf zwischen Gut und Böse nimmt eine völlig neue Dimension an und wird noch viel hinterlistiger.
Schuld daran sind scheinbar die Machtlinien, auf denen die kleine Stadt gebaut ist und Elena, die durch ihre Unwiderstehlichkeit Männer wie magisch in ihren Bann zieht.
Irgendwie schafft sie es auch, alles wieder ins Lot zu bringen und Damon zu retten. Leider ist Stefano am Ende immer noch verschwunden.
Die Kritik
"Dramatisch, packend, hochromantisch" so soll das Buch sein. Auf mich wirkte es eher wie gezwungene Dramatik, plumpe Story und so gar nicht romantisch.
Ich hatte das vierte Buch der Reihe nicht gelesen und die ersten drei Bände nicht mehr ganz so genau im Kopf, als ich mir den fünften Band vornahm. Und schon der Anfang brachte mich zum Kopfschütteln.
Elena wird als unschuldiges Kind mit übernatürlichen Fähigkeiten dargestellt, sie ist 'so rein wie ein Engel', hat sogar Flügel und in ihr schlummern übernatürliche Kräfte. Kurz darauf fiel mir wieder ein, was mich an den Büchern schon immer gestört hat: Elena ist so fehlerlos. Während sich diese Unnatürlichkeit immer weiter steigert und schließlich in den Flügeln der Reinheit, der Erlösung, des Windes endet, verliert man völlig den Bezug zu ihr, die ja immerhin eine Hauptperson ist. Schon allein diese Wandlung trägt zur Unlaubwürigkeit der Geschichte bei, fehlerlose Menschen oder wenigstens Wesen gibt es einfach nicht … traurig, dass die Autorin das scheinbar vergessen hat.
Die Geschichte wirkt stark konstruiert, da gibt es die überbösen Dämonen, die die ganze Stadt in den Untergang stürzen wollen und nur Elena kann sie bezwingen (mit ihren Flügeln des Windes, die plötzlich aus ihrem Rücken wachsen).
Alles was sie tun soll schockieren und einem einen Schauer über den Rücken jagen – klar, manchmal ist das schon gruselig und spannend, aber eindeutig nicht auf hohem Niveau.
Traurig ist auch, dass der Hauptaspekt des Buches verloren geht: die Beziehung zwischen Mensch und Vampir, die daraus resultierende Spannung, das Knistern. Elena und Stefano sind fast schon zu einem alten Ehepaar geworden, die einen nächtlichen Schwebespaziergang machen und im Mondschein ihr Blut teilen. Und dann ist Stefano plötzlich ab der Hälfte des Buches verschwunden und Elena 'erlöst' Damon und macht ihn zu einem fast liebevollem Wesen.
Jeder Reiz wird aus der Geschichte rausgewischt, Smith versucht die Fäden zwar durch eine angedeutete Liebesgeschichte zwischen Bonnie und Damon weiterzuspinnen, so ganz gelingt das noch nicht.
Leider ist dieses Buch auch noch das längste der Reihe; wo die anderen durch Kurzweiligkeit bestachen, kann es jetzt auch nicht mehr punkten.
Mein trauriges Fazit ist, dass es sich eindeutig nicht lohnt, Bücher nur aus kommerziellen Interessen weiterzuschreiben und dafür die Geschichte zu versauen. Mit 10 Euro für etwa 600 Seiten hat man zwar vielleicht noch ein Schnäppchen gemacht, so richtig haut es das Ganze aber auch nicht raus.
Im Sinne der Reihe kann man nur hoffen, dass das nächste Buch besser wird. An Schreibstil hat es der Frau nie wirklich gefehlt, aber an Ideen.
Vielen Dank an cbt Fantasy für das Rezensionsexemplar!