Kinokritik zu: "Das Kabinett des Dr. Parnassus"
von am 04.01.2010Artikel
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"Das Kabinett des Dr.Parnassus" ist nicht nur der letzte Film mit Heath Ledger, sondern vor allem auch ein neuer Film von Regisseur Terry Gilliam. Nicht für jeden mag er vielleicht ein Name sein, aber er ist zum Beispiel ein Teil der erfolgreichen, britischen Comedy-Gruppe „Monty Python“, die mit Filmen wie "Die Ritter der Kokosnuss" oder "Das Leben des Brian" weltweit Erfolge feiern können.Seit Anfang der 80er Jahre arbeitet Terry Gilliam fast nur noch an ein eigenen Projekten, so entstanden bis heute Filme wie "12 Monkeys" mit Bruce Willis oder der "Der König der Fischer" mit Robin Williams undJeff Bridges. Er war sogar der Wunschkandidat von Joanne K. Rowling für "Harry Potter", doch wie bei "Der goldene Kompass", waren die Produzenten jeweils gegen diesen Regievorschlag.
Bereits 2005 arbeitete er schon mit Heath Ledger im Film "Brothers Grimm" zusammen. "Das Kabinett desParnassus" sollte sie dann noch einmal zusammenführen.
Im Dezember 2007 begannen in London die Dreharbeiten, nach Heath Ledgers überraschenden Tod im Januar 2008 musste die Produktion unterbrochen werden. Die Dreharbeiten mit ihm waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Im März 2008 wurden die Dreharbeiten deshalb in Vancouver nochmals aufgenommen, wobei Heath Ledgers Rolle in den Szenen, die in fantastischen Parallelwelten spielen, nun von Johnny Depp, Colin Farrell undJude Law übernommen werden.
Der Trailer zum Film kündigt einen großen, bunten Fantasyfilm an, doch das allein sollte man nicht von dem Film erwarten, da man dann vielleicht doch ein wenig enttäuscht den Kinosaal verlassen wird. "Das Kabinett des Dr.Parnassus" spielt nämlich auch zu großen Teilen im heutigen London und leider werden die besten Einstellungen aus den vielen Fantasy-Welten schon im Trailer vorweggenommen, was man aber keineswegs der Qualität des Films zu Lasten geben sollte. Was dem Film inhaltlich am Ende nicht ganz gelingt ist, den drei großen Handlungssträngen, die sich im Laufe des Films entwickeln jeweils genügend Gewicht zu verleihen. So wird alles aufgelöst, wirkt aber mehr erzwungen plump, als das man groß überrascht wird, was neben der ansonsten fantastischen Inszenierung ein wenig schade ist.
Wie im Trailer schon zu sehen hat sich Terry Gilliam mit seinem künstlerischen Team sehr viel Mühe bei den Sets und der Ausstattung genommen und das sieht man auch. Man entdeckt im Filme Welten und Situationen, die es so noch nicht gab. Dies wird vielleicht nicht jeden ansprachen, aber das ist etwas, was vielleicht für den ganzen Film gilt.
Bei der Darstellerwahl hat Terry Gilliam eigentlich alles richtig gemacht.Heath Ledger zeigt in diesem Film nochmals, was für ein talentierter Darsteller war und wie schmerzlich doch sein Verlust war, befand er sich doch gerade auf den Höhepunkten seiner viel zu kurzen Karriere. Christopher Plummer undTom Waits um deren Duell sich eigentlich der ganze Film dreht bleiben im Hintergrund, aber präsent und jede Szene mit ihnen hat einen gewissen Charme.
Eine Entdeckung ist Lily Cole, die die weibliche Hauptrolle übernommen hat, wer hätte gedacht, dass eine Darstellerin, die eher durch ihr Model-Dasein bekannt ist, den Film fast zum großen Teil alleine mit Heath Ledger tragen kann.
Man kann sich eigentlich nun gar nicht anders vorstellen, wie der Film ohneJohnny Depp, Colin Farrell und Jude Law aussehen würde, da die ganzen Handlungsstränge mit ihnen sich nahtlos und flüssig in die Haupthandlung einfügen, da sie immer jeweils eine Rolle in der jeweiligen Fantasy-Welt vonHeath Ledger übernehmen. Dabei sollten vor allem aber Johnny Depp Fans nicht zu viel erwarten, da sein Auftritt sich auf ein paar wenige Minuten beschränkt.