Rezension: "Ruht das Licht"
von Aliesa am 25.08.2011Artikel
Pro/Contra
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Allgemeine Infos
Maggie Stiefvater, geboren im November 1981 in Virginia, verlebte eine nach eigenen Worten sehr chaotische aber sehr kreative und musisch geprägte Kindheit und Jugend. Nach dem College versuchte sie u.a. als Kellnerin, Zeichenlehrerin beruflich Fuß zu fassen. Doch sehr bald schon meldeten sich ihre kreativen Talente und verlangten, ausgelebt zu werden - zunächst als Musikerin und Songwriterin, dann zunehmend als bildende Künstlerin. Für ihre künstlerischen Arbeiten wurde sie inzwischen mit einigen wichtigen Preisen ausgezeichnet. Seit 2007 hat sich Stiefvater aufs Schreiben konzentriert und zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Autorinnen der Romantasy.Artikel
Kurzbeschreibung
Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.
Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.
Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird.
Rezension
Mit "Ruht das Licht" läutet Maggie Stiefvater die zweite Runde in der Liebesgeschichte um Grace und Sam ein. Eigentlich könnte alles gut sein, Sam ist geheilt, er kann mit Grace zusammen sein und ein normales Leben führen, wäre da nicht die Ungewissheit um die neuen Wölfe, die Beck zum Rudel geholt hat. Und nicht nur das, auch Grace spürt, dass sie sich verändert…
Nach wie vor bin ich einfach nur verzaubert vom wahnsinnig liebevollen Schreibstil von Maggie Stiefvater. Das ganze Buch ist wie ein Gedicht – blumig und voller Liebe und Dramatik. Anders ausgedrückt könnte man auch sagen, dass es so melodisch ist, wie ein Platin-Album. Die Rilke-Zitate runden die ganze Geschichte ab – genau wie im ersten Teil.
Besonders gut gefällt mir die Entwicklung von Grace. Sie ist nicht mehr nur der Teenager, langsam aber sicher wird sie zu einer Frau, die weiß was sie will. Allem vorran möchte sie Sam, doch genau das scheint das einzige zu sein, dass ihr nicht vergönnt ist. Zum einen machen ihre Eltern ihr einen Strich durch die Rechnung, zum anderen aber etwas anderes, das wiederum die eigentliche Thematik des Buches ist.
Sam kann sich noch nicht vollends mit dem Gedanken anfreunden, dauerhaft menschlich zu bleiben. Für ihn ist das noch neu, er scheut sich davor, Pläne für die Zukunft zu machen. Ein Aspekt, der mir sehr am Buch gefällt. Zudem ist er mit der ihm von Beck übertragenen Verantwortung für das Rudel leicht überfordert, was ihn nur noch sympathischer macht.
Bereits im ersten Band wurde das Rudel größer – nun lernen wir Cole, einen der neuen Wölfe, besser kennen. Er verleiht der Geschichte die nötige Abwechslung. Allem vorran gefällt mir seine sich anbahnende Beziehung zu Isabel.
Apropos Isabel… die einstige Zicke mausert sich zu einer guten Freundin für Grace, die mit ihr durch dick und dünn geht. Auch sie hat ihre Begeisterung für die Wölfe entdeckt und hilft Sam und Grace, sie zu beschützen. Vermisst habe ich Olivia, von der ich eigentlich gehofft habe, dass sie sich zurückverwandelt und Grace von ihrem Wolfdasein erzählt. Aber vielleicht geschieht das im dritten Teil.
Grace‘ Eltern sind lange nicht mehr so teilnahmslos wie im ersten Band. Sie handeln, und sie handeln wie Eltern, aber das macht sie nicht sympathischer. Im Gegenteil, sie sind eben einfach da.
Leider bleibt die Spannung ein wenig auf der Strecke… Eigentlich weiß man von Anfang an, worauf es hinausläuft, aber es zieht sich bis zum Ende. Somit erscheint mir "Ruht das Licht" ein wenig als Lückenfüller zwischen "Nach dem Sommer" und "In deinen Augen". Als alleinstehendes Werk ist es leider kaum lesenswert, aber das wiederum ist ja auch nicht Sinn der Sache.
Vielen Dank an Script5 für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!