Buchkritik zu "Harry Potter und die Kammer des Schreckens"
von Clari am 14.07.2011Artikel
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ALLGEMEINE INFOS"Harry Potter und die Kammer des Schreckens" ist der zweite Band von J.K. Rowlings Reihe um den gleichnamigen Zauberschüler, durch die die britische Schriftstellerin weltweit große Erfolge erzielte. Er erschien 1999 in Deutschland.
INHALT
Nach seinem ersten Schuljahr in Hogwarts verbringt Harry Potter die Sommerferien wieder bei den Dursleys. Dort erscheint eines Nachts ein Hauself namens Dobby in seinem Zimmer, der ihn darum bittet, in diesem Jahr nicht nach Hogwarts zurück zu kehren, da sich dort schlimme Dinge zutragen werden. Harry will ihm dieses Versprechen jedoch nicht geben und so findet er sich zu Schulbeginn wieder in Hogwarts ein. Dort werden er und seine besten Freunde Ron und Hermine Zeugen einer grausamen Tat: Mrs. Norris, die Katze des Hausmeisters von Hogwarts, wurde versteinert; an der Wand neben ihr prangt in roten Lettern, dass die Kammer des Schreckens wieder geöffnet wurde und sich die Feinde des Erben in Acht nehmen sollen.
Bei einer Veranstaltung wird die ganze Schule Zeuge, wie Harry in Parsel, der Schlangensprache, einer Schlange einen Befehl erteilt und sie scheinbar auf einen Schüler hetzt. Da die Kammer des Schreckens laut der Legende von Salazar Slytherin im Schloss eingebaut wurde, einem der wenigen bekannten Parselmünder, sind nun alle im Glauben, Harry sei der Erbe Slytherins und für den Anschlag auf Mrs. Norris verantwortlich. Als Harry das mysteriöse Tagebuch eines Tom Riddles findet, erfährt er aus diesem, dass die Kammer bereits einmal geöffnet wurde und Hagrid damals der Schule verwiesen wurde, da er für den Tod eines Mädchens verantwortlich gemacht wurde.
Nachdem Dobby Harry ein weiteres Mal besucht, um ihn dazu zu bewegen, Hogwarts zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen, geschehen weitere Anschläge. Immer trifft es dabei Muggelgeborene, bis es Hermine ist, die versteinert aufgefunden wird. Harry und Ron lösen mit Hilfe eines bei Hermine gefundenen Zettels, wo sich der Eingang zur Kammer des Schreckens befindet und dass darin ein Basilisk haust, der für die Versteinerungen der Hogwarts-Schüler verantwortlich ist. Als sie diese Erkenntnis den Lehrern mitteilen wollen, erfahren sie, dass Rons Schwester Ginny in die Kammer entführt worden ist. Nun ist es an Harry und Ron in die Kammer zu gehen und Ginny zu retten. In der Kammer trifft Harry auf Tom Riddle und sein Tagebuch und erfährt ein dunkles Geheimnis…
KRITIK
Man kann den ersten Band von "Harry Potter" nicht gelesen haben und dann aufhören, wohlwissend, dass es weitere Bände gibt. So schließt sich "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" von Inhalt und Stil her an "Harry Potter und der Stein der Weisen" an und erzählt in gewohnt lebhaften Schilderungen die Abenteuer des Harry Potter auf Hogwarts.
Die Geschichte, die im zweiten Band erzählt wird, fand ich bis zum Erscheinen des sechsten Bandes immer am wenigsten interessant von allen. Ich hatte für die anderen 4 Bände gute Gründe, sie zu mögen. Bei der "Kammer des Schreckens" war das irgendwie anders, ich fand die Geschichte nie so mitreißend, wie zum Beispiel die des dritten oder vierten Bandes. Warum hat sich das mit Erscheinen von "Harry Potter und der Halbblutprinz" geändert? Nun, die Geschehnisse aus Band 2 wurden hier mehr als überzeugend in den Gesamtrahmen der "Harry Potter" Reihe eingebunden. Wer hätte schon am Ende von Band 2 gedacht, dass dieses Tagebuch von Tom Riddle jemals nochmal relevant werden würde? Ich fand es nach dem "Halbblutprinzen" unglaublich beeindruckend, wie toll Joanne K. Rowling sich ihre Geschichte seit Beginn durchdacht hatte und wie sie solche scheinbar unwichtigen Details wieder aufgreift.
Am Meisten haben mir am zweiten Band die persönlichen Beziehungen zwischen den Charakteren gefallen. Das fängt schon damit an, wie Harry in den Sommerferien bei den Weasleys aufgenommen wird. Dann wird natürlich deutlich, wie gut sich Harry, Ron und Hermine im ersten Band bereits angefreundet haben. Besonders sieht man das meiner Meinung nach in der Szene, als Ron Draco Malfoy mit dem Schnecken-Fluch belegen will, weil dieser Hermine ein Schlammblut genannt hat. Ebenfalls gefällt mir hier, wie sich diese kleine Feindschaft zwischen dem Trio und Malfoy immer mehr hochspielt und hier schon erkennbar wird, wie Lucius Malfoy Werte an seinen Sohn weiter gegeben hat, die er später auch vertreten wird.
Gespalten ist meine Meinung ein wenig über das Finale des Buches. Als solches fand ich das Finale im Vorgänger wesentlich spannender. Auch bei den nachfolgenden Büchern geht mir das so. Allerdings gefällt mir besonders auch hier wieder die Detailtreue der JKR. Die Loyalität, die Harry Dumbledore gegenüber beweist, sollte sich so weit entwickeln, dass er sich mit dieser dem Zaubereiminister entgegen stellt. Das Schwert von Godric Gryffindor, das ich auch nicht erwartet hätte wieder zu sehen, bekommt im siebten Band noch einmal seinen Auftritt. All dies beweist wieder einmal bereits festgestelltes, nämlich, dass Joanne K. Rowling eine siebenteilige Buchreihe inhaltlich bestens miteinander verknüpft hat und das mit Elementen, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Alles in allem, da es nun einmal sieben Bände gibt, bleibt „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ für mich das schwächste Buch der Reihe. Dennoch gehört es selbstverständlich mit allen anderen Büchern in einem Rutsch durchgelesen.